Freitag, 15. November 2013

Der Held Deiner Kindheit

Alles, was an Großem in der Welt geschah, vollzog sich zuerst in der Phantasie eines Menschen.


– Astrid Lindgren



Vor einigen Tage habe ich im Radio ein Interview gehört und eine Frage war “wer ist der Held Deiner Kindheit”. Ohne Witz, ich habe keine Ahnung was die Antwort war, denn in dem Moment ratterte die Achterbahn schon durch meinen Kopf. Benjamin Blümchen? Nee. Bibi Blocksberg? Ja, so ein bisschen hexen wäre nicht schlecht. Aber da fand ich die bezaubernde Jeannie eigentlich noch besser, die mit verschränkten Armen nur blinzeln musste. Schwupps, auf einmal flog Karlsson durch meinen Kopf. Finde ich den gut genug, dass er der Held meiner Kindheit ist? Nee, doch nicht. Wie wäre es denn mit…?? STOP! Als der Satz “wie wäre es denn mit…” durch meine Gedanken zog, brach ich die Suche sofort ab. Ich war definitiv auf dem falschen Weg. Den Held seiner Kindheit trägt man in sich. Der ist sofort da. Da muss man nicht drüber nachdenken und sich überlegen ob man den einen vielleicht doch besser findet als den anderen. Das ist Blödsinn. Also ging ich kurz zurück. Gedanklich. Zu meinem ersten Impuls. Denn die Antwort war schon da als die Frage im Radio gestellt wurde. Da war meine eigene Antwort sofort da. Bevor ich wirklich anfing darüber nachzudenken. Kennt ihr das? Ganz oft ist der erste Impuls schon da, bevor eine Frage zu Ende gestellt wurde. Egal um welches Thema es geht. Unser Herz scheint da mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs zu sein. Und so ging es mir auch mal wieder bei dieser eigentlich doch banalen Frage nach dem Held meiner Kindheit.

Und wer ist Dein Held Deiner Kindheit? STOP! Fang nicht jetzt an zu überlegen. Nicht jetzt wo die Frage gestellt wird. Gehe kurz zurück. Denn ich bin mir sicher, Du hattest die Frage für Dich schon beantwortet als Du nur die Überschrift gelesen hast. Da war Deine Antwort schon da. Und es ist völlig egal wie cool oder uncool Du heute diesen Helden findest. Es geht nicht ums Heute. Es geht um die Person, die das kleine Du inspiriert hat. Damals. In Deiner Kindheit. Dieser Held ist etwas ganz Besonderes und es lohnt sich, diesen Held ab und an mal wieder anzusehen.

Meine Heldin war Pippi Langstrumpf. Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraims Tochter Langstrumpf. Es war mein erster Impuls, den ich hatte, lang bevor die Frage im Radio zu Ende gestellt und beantwortet war. Als Bild kam mir sofort die Filmdarstellerin Inger Nilsson vor mein inneres Auge. Sie hat die Geschichten aus dem Buch wunderbar in die Realität übersetzt. Ich fand sie einfach nur toll. Pippi, der Freigeist. Ein kleines Mädchen, die die Welt macht, wie sie ihr gefällt. Davon hätten wir doch alle gerne ein Stück, oder? Auch noch heute in der Welt der Erwachsenen. Also ich auf alle Fälle. Das ist doch manchmal mit den gesellschaftlichen Pflichten und Verantwortungen nicht ganz so einfach. Aber das ist doch der Kern, den ich von dem mit Sommersprossen übersäten Rotschopf noch lernen kann. Nämlich mein Leben so zu leben, wie es mir gefällt. Und nicht wie es andere von mir erwarten. In meiner eigenen Villa Kunterbunt. Mit so tollen, ehrlichen und loyalen Freunden wie Annika und Tommy. Und genau das ist mein Ziel.




Danke Astrid Lindgren! Durch Deine Fantasie ist meine Heldin der Kindheit auch meine Heldin des Lebens. Von ihr kann ich noch immer viel lernen! 


Kommentare:

  1. Hallo Sue,
    die Heldin meiner Kindheit - ohne Nachzudenken - Bibi Blocksberg. Ich hatte jede Kassette, bei Berufswunsche habe ich "Hexe" geantwortet und ich habe mich an Karneval als Bibi verkleidet (Dass dies nicht erkannt wurde und ich offiziell als Putzfrau ging, ist eine völlig andere Geschichte.. *g).
    Worüber ich aber dank deines Posts jetzt nachgedacht habe ist WARUM sie meine Heldin war. Weil sie hexen konnte und somit immer alles sofort haben, was sie wollte? Weil sie fliegen konnte? Weil sie sich die Welt zaubern konnte, wie sie will? Oder weil sie immer so spannende Sachen erlebt hat?

    Beim genauen Hinschauen fiel mir auf: Sie durfte ja sehr selten hexen und schon gar nicht zu ihrem eigenen Vorteil. Also dieses Argument zog nicht. Tatsächlich hat sie aber mit ihrer Hexerei ganz oft Gutes getan. Zum Beispiel beim "Unverhofften Wiedersehen" (meine Lieblingsfolge) Was wäre nur aus der Tante geworden, wenn Bibi nicht den geliebten Friedrich gefunden hätte? Und die Weihnachtsmänner? Ein ganzes Weihnachtsfest ruiniert, wenn Bibi nicht eingegriffen hätte..
    Ja, das hat mir gefallen. Dass sie erstens raus in die Welt gegangen ist und kein alltägliches, langweiliges, ödes Leben hatte und zweitens, dass sie die Welt ein Stück besser gemacht hat. Dabei immer ein freundliches Lächeln im Gesicht, immer einen fröhlich - frechen Spruch auf den Lippen und immer Sonne im Herzen. Beliebt bei Anderen, geliebt von der Familie.

    Ja, wenn ich jetzt im Rückblick darüber nachdenke, dann wollte ich genau so sein. Und jetzt kommt der Knaller: Es ist mir gelungen!!!
    Diese Erkenntnis kommt mir gerade beim Schreiben. Ich kann zwar nicht im klassischen Sinne hexen - aber ich gebe mein Bestes, anderen Menschen zu helfen, zu lieben, zu trösten, aufzubauen und die Welt zu verändern. Möglichst mit einer zauberhaften Ausstrahlung und einem fröhlichen Herzen, dabei ein Lächeln im Gesicht. Hinter mir meine tolle Familie, neben mir eine Schar von Freunden, vor mir all die Aufgaben, für die es sich zu leben lohnt, über mir Gott, der mich behütet.

    Ist das nicht schön? Ich danke dir, dass du mich zum Nachdenken gebracht hast.
    Alles Liebe von Nina
    Ps. Wenn du magst, mach doch bei meiner Adventszauberaktion mit

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    1. Hallo Nina,

      danke Dir für all diese wundervollen Zeilen, die ich total gerne und mit einem breiten Grinsen gelesen habe. Ich habe auch ganz viele Bibi Blocksberg Kassetten (theoretisch habe ich die auf dem Dachboden meines Elternhauses immer noch) und sie ist all das, was Du da so schön beschrieben hast.

      Aber was viel, viel schöner ist, war es beim Lesen zu spüren, wie glücklich und zufrieden Du mit Deinem Leben bist. Du bist angekommen. Das ist einfach nur herrlich! Halte dieses Gefühl ganz fest und nutze es als Deine Energie all das zu machen, was Deinem Herzen Freude bringt.

      Alles Liebe (und ich guck gleich mal vorbei) *hexhex
      sue

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  2. Liebe Sue,
    was für ein schöner Post wieder von dir! Ja, meine Heldin war auch Pippi Langstrumpf. Mich würde mal sehr interessieren, wie meine Kinder das heute sehen. Wer ist für sie ein Held? Kann Anakin Skywalker unserer Pippi das Wasser reichen?? Wenn ich wes weiß, dann schreibe ich es dir...
    Alles Liebe, deine Stephie

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    1. Liebe Stephie,

      dankeschön. Das ist wahrhaftig eine spannende Frage einmal zu sehen wer der Held unserer Kinder sein wird. Wenn Du in einigen Jahren die Antwort Deiner Kinder hast, würde mich das tatsächlich interessieren. Ich fand es für mich auch sehr spannend mir diese Frage zu stellen und die Antwort vor Augen zu haben. Und dann zu überlegen warum ich diese fiktive Person so spannend fand. Und wie sich heraus stellte, ich finde Pippi immer noch toll!

      Alles Liebe
      sue

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