Dienstag, 27. Mai 2014

Transformationstherapie: was dahinter steckt | Teil 1

Gefühle sind deine eigenen ,Babies‘ und es sind zum überwiegenden Teil die Gefühle des kleinen Mädchens oder Jungen in dir. Sie können nicht einfach aus deinem Körper verschwinden und kehren immer wieder zu dir zurück, bis du sie durch deine Annahme, Liebe und dein Fühlen verwandelst – in Freude.


– Robert Betz 



Transformationstherapie. Eine interessanter Begriff mögen die meisten denken und wissen vermutlich nichts damit anzufangen. Was dahinter steckt, möchte ich Euch in drei Teilen aufzeigen. Meine Erfahrung gepaart mit der einer Transformationstherapeutin. Doch erst einmal zur Theorie. Der Begriff Transformation steht für Veränderung. Eine Veränderung des Selbst. Der Diplompsychologe Robert Betz ist der Gründer der Transformationstherapie, die auf den sogenannten fünf Schritten der Verwandlung beruht.

Ich selbst habe bereits einige Abendseminare, ein Tagesseminar sowie die Transformationswoche mit Robert Betz besucht und bereits darüber berichtet. Damit auch ihr einen Einblick bekommt, was sich hinter der Transformationstherapie verbirgt und wie sie sich zu einer klassischen Psychotherapie unterscheidet und ergänzt, steht mir die Transformations-Therapeutin Kristina Kutz Rede und Antwort. Seit 2011 begleitet Kristina ihre Klienten in ihrer Praxis in Haan bei Düsseldorf auf ihrem Weg negative Gefühle in positive zu verwandeln und damit ein mit Freude erfülltes Leben zu gestalten. Und seit 2013 begleitet sie auch mich – wegen der Entfernung selten persönlich, dafür öfters telefonisch.


Kristina Kutz_HappyIch
 

Transformationtherapie : was dahinter steckt


Genau diese und viele weitere Fragen wird Kristina mir beantworten. Im ersten Teil des Interviews geht es um die Transformationstherapie im Allgemeinen. Was genau diese ausmacht und was einen als Klienten erwartet. Im zweiten Teil geht es dann bereits um die Umsetzung und wie auch diese Therapie bei einem Burnout helfen kann – der Grund warum auch ich irgendwann auf die Transformationstherapie aufmerksam geworden bin.
Den ersten Teil des Interviews lest ihr bereits heute, die anderen beiden Teile die nächsten beiden Dienstage. Denn Dienstage verbinden Kristina und mich besonders. 

 
Kristina, was ist die Transformationstherapie nach Robert Betz?

Die Transformations-Therapie ist eine alternative Kurzzeittherapie mit verschiedenen spirituellen Elementen, die Menschen auf ihrem Lebensweg Klärung und Entscheidungshilfen bietet. Sie ist eine neue Form der Therapie, die es ermöglicht, tief in uns verankerte negative Glaubenssätze zu erkennen und aufzulösen. Hierfür ist es entscheidend, dass der Klient bereit ist, die daraus resultierenden negativen Gefühle vorerst bewusst zu fühlen und als seine Schöpfung anzunehmen. Angst, Hass, Trauer, Wut etc. gehören ebenso zu unserem Leben wie Freude. Oftmals ist es jedoch so, dass wir seit unserer Kindheit gelernt haben, diese unangenehmen Emotionen zu verdrängen - auch um den Erwartungen unserer Eltern und Lehrer, später dann denen unserer Partner und Chefs entsprechen zu können.
Bei der Transformations-Therapie geht es darum, diese verdrängten Emotionen wieder wahrzunehmen und sie durch ein bewusstes Erleben nach und nach abzutragen. Mal ist dieser „Berg“ an Gefühlen bezüglich eines konkreten Themas fast mit einer Sitzung abgetragen, mal ist es sinnvoll, ganz sanft Schicht um Schicht zu lösen. Für viele Klienten scheint es erst einmal widersinnig, ihre lang verdrängten Gefühle in einer Sitzung bewusst zuzulassen. Doch wenn ich meinen Klienten verdeutliche, dass sie dieses Verdrängen wahrscheinlich schon seit Jahren enorm viel Energie kostet und sie es dennoch irgendwie latent spüren, wächst in den meisten dann doch der Wunsch, sich aus ihren alten Fesseln zu befreien.
Die Transformations-Therapie richtet sich an Menschen, die ihre Lebenssituation ganzheitlich besser verstehen möchten. Sie bietet sich an, wenn wir uns von unseren Gemütsreaktionen in unserem Leben eingeschränkt fühlen, unser Körper auf unsere seelische Verfassung reagiert oder wir auf irgendeine Art einen Verlust erlitten haben. Sie hilft uns, uns selbst mit all unseren Facetten anzunehmen, uns zu lieben und den Weg unseres Herzens zu gehen.


Wie unterscheidet sich die Transformations-Therapie von einer klassischen Psychotherapie?

Der Fokus liegt bei der Transformations-Therapie auf dem Fühlen (nicht in der Analyse) der unterdrückten Emotionen. Der Therapeut versteht sich eher als Moderator und auf gleicher Augenhöhe mit dem Klienten. Aus diesem Grund sitzt der Klient während einer Transformations-Sitzung auch immer dem Therapeuten gegenüber, um dieses „Gleichgestelltsein“ noch mehr zu verdeutlichen.


Was passiert während einer Sitzung? Was kommt da auf den Klienten zu?

Dieser Moment, wenn die Sitzung beginnt und ich meinen Klienten bitte, seine Augen zu schließen, ist jedes Mal heilig für mich. In dem Moment empfinde ich großen Respekt vor dem Vertrauen, das mir entgegen gebracht wird und vor dem Leben, das da vor mir sitzt.
Während einer Transformationssitzung führe ich meinen Klienten über eine Atem- und Entspannungstechnik in eine achtsame "Forscher"-Haltung gegenüber seinen Körperempfindungen und Emotionen. In einem geschützten Rahmen hat er die Möglichkeit, seine verdrängten Gefühle anzunehmen und den Ursprung hierfür zu entdecken. In diesem Moment kann es sein, dass alte Bilder aus der Kindheit oder aus vorherigen Leben auf tauchen.

 
Kurze Zwischenfrage: Du hast vorherige Leben erwähnt – was ist, wenn jemand nicht an vorherige Leben glaubt?

Für mich ist entscheidend, dass meine Klienten fühlen. Welche Art von Bildern während der Sitzung auftauchen, spielt für mich keine Rolle. Egal ob Bilder aus der Kindheit, einem Film, einem Traum oder eben aus einem vorherigen Leben auftauchen – wir nutzen die Bilder, die das Unterbewusstsein liefert, „nur“ als Transportmittel für die Emotionen und gehen danach nicht in die Recherche, ob es sich tatsächlich so zugetragen hat. Bezüglich der Bilder aus der Kindheit ist es für mich wichtig, meinem Klienten das Bewusstsein zu vermitteln, dass es die alten verdrängten Gefühle des inneren Kindes sind, die er in dem Moment als Erwachsener bejahend fühlen kann. Ich stelle oft fest: Wenn meinen Klienten bewusst wird, dass sie jetzt GROSS sind, dann wächst in ihnen immer mehr die Erkenntnis, dass sie diese unangenehme Emotion nun für das kleine Kind in sich für diesen kurzen Augenblick aushalten können. Dies eigenverantwortlich und selbstbestimmt zu entscheiden kann sehr befreiend sein, denn dann fühlen wir uns nicht mehr als Opfer unserer Emotionen. Wir können in diesem Augenblick die oft von Robert Betz angesprochene Schöpferverantwortung für unser Leben übernehmen.
Diese Schöpferverantwortung ist für mich ein zentrales Thema der Transformations-Therapie. Als ich mich das erste Mal damit auseinandersetzte, war ich erst einmal fast erleichtert. „Super“, dachte ich. „Ich bin weder Opfer, noch Täter, sondern immer nur Schöpfer gewesen. Ich trage also auch keine Schuld.“ Doch dann fing in meinem Bauch ein anderer Aspekt an zu pieksen – und was ist mit denen, die unfreiwillig in widrigste Lebensumstände hineingeboren werden? Haben sie sich ihr Elend selbst ausgesucht?
Ganz langsam, nachdem ich mit Schicksalen konfrontiert wurde, die jenseits meiner bisherigen Vorstellungskraft lagen, habe ich erkannt, dass die Opferrolle Menschen lähmt. Hilft es jemandem, wenn ich ihm sage, dass er eine „arme Sau“ oder ein Opfer ist? Für mich als Therapeutin ist es wichtig, den Lebensweg meiner Klienten und aller Menschen zu achten und zu ehren und sie darin zu bestärken, dass sie die Kraft in sich tragen, um etwas für sich zum Positiven zu verändern. Ich finde es wichtig, ruhig ganz klar zu sagen, wie „Sch…“ diese oder jene Erfahrung war, doch das, was wir aus der Situation lernen durften als eben solche zu verbuchen. Zu erkennen, dass wir an unserem Schicksal auch reifen und wachsen durften, kann ein außerordentliches Gefühl der Kraft und des Stolzes erzeugen. Diese Erfahrung wünsche ich jedem.
Wenn der Klient mehr über seine alten Glaubensmuster erfahren hat, kann er diese aktiv zurücknehmen und neue Entscheidungen für Ihr Leben treffen. Abgerundet wird die Sitzung mit „Lichtarbeit“, das heißt, ich lasse zuerst silbernes Licht zur Klärung und dann das violettes Licht der Transformation durch meinen Klienten fließen. Das ist also ein spirituelles Element der Transformations-Therapie. Es gehört für mich zu jeder Sitzung, doch ich überlasse es jedem selbst, sich darauf einzulassen. Von mir aus dürfen sich meine etwas rationaler denkenden Klienten vorstellen, dass sie gerade unter einem silbernen bzw. violetten Scheinwerfer sitzen.

 
Mehr dann nächste Woche. Bleibt dran!























Kommentare:

  1. Ein sehr interessanter und detaillierter Bericht! Das wollte ich immer schon wissen! Vielen Dank und ich freue mich schon auf die weiteren Teile. Alles Liebe, Stephie

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  2. Das ist ja spannend. Vielen Dank für die tolle Erklärung! LG Sandra

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