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Freitag, 23. Mai 2014

Brief schreiben als Therapie


Fill your paper with the breathings of your heart.


– William Wordsworth



Oder: den Brief, den niemand liest. Einen Brief schreiben als Therapie nutze ich schon länger. Vielleicht sogar seit ich schreiben kann, nur war mir das damals als Eigentherapieansatz natürlich nicht bewusst. Doch seit meinem Burnout schreibe ich immer wieder Briefe. An Menschen, in meinem Umfeld. Briefe, die sie nie lesen werden. Weil ich sie nicht abschicke. Es sind Briefe, die ich aus meinen Emotionen heraus schreibe. Ohne darüber nachzudenken ob man “das so schreiben kann”, der andere “das so in den falschen Hals bekommt” oder “es nicht verständlich genug ist”. Das ist das schöne beim Brief schreiben als Therapie. Man schreibt einfach drauflos und so wie die Gedanken und Gefühle gerade kommen und gehen.


Brief schreiben als Therapie


Aus therapeutischer Sicht ist das diese Art des Schreibens äußerst heilsam. Viele Psychologen nutze diese Briefe auch um sich ein besseres Bild dessen machen zu können, was in dem Gegenüber vorgeht, gerade wenn man es schlecht in ausgesprochene Worte fassen kann. Das merke ich bei mir selbst, dass mir bei manchen Themen das Schreiben sehr viel leicht fällt als das Sprechen. Zum einen, weil einen keiner unterbricht und zum anderen weil es einfach mal wirken kann und allein stehen kann ohne kommentiert werden zu müssen. Denn im Gegensatz zum persönlichen Gespräch, muss beim Brief keine Antwort des anderen folgen – schon gar nicht, wenn man diesen Brief niemals abschickt.


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Einfache Tipps zum Schreiben


Es gibt Situationen im Leben, da ärgern wir uns immer wieder über das Selbe. Über den Nachbar, dessen Hund schon wieder sein Häufchen auf unserem Gehsteig hinterlassen hat. Oder die Kollegin, die jeden Morgen mürrisch ins Büro kommt und auf keine “Guten Morgen”-Begrüßungen reagiert oder den Partner, der seit Wochen jeden Abend an der Garage an seiner Maschine schraubt und keine Zeit mehr für Zweisamkeit hat. Wir kennen das alle. An einem gewissen Punkt ist das Maß voll und wir würden demjenigen gerne mal so richtig die Meinung sagen. Das kann man dann tun, oder man kann es schreiben. Was ich immer wieder lerne ist, dass mir das Gefühl nicht der andere beschert. Das Gefühl des Ärgers, der Einsamkeit oder der Wut ist meine. Die zwängt mir niemand auf. Dieses Gefühl ist da, weil es durch etwas getriggert wird. Und weil ich es zulasse. Daher gebe ich diesen Gefühlen gerne ein Ventil, welches das Schreibens eines Briefes ist oder die offene Kommunikation. Doch heute geht es einfach mal um den Brief.
Mach Dich frei von dem Gedanken einen ordentlichen Brief schreiben zu müssen. Das Briefschreiben als Therapie hat keine Regeln. Es muss keine Anrede da sein und auch kein liebevoller Schlusssatz. Wenn wir wütend sind, dann sind “lieber xy” und “mit freundlichen Grüßen” nicht das, was wir sagen wollen. Also schreiben wir es auch nicht. Sondern frei Schnauze alles das schreiben, was raus muss. Benennen was mies läuft und wie man sich fühlt. Denjenigen im Brief anschnauzen, wie man es von Angesicht zu Angesicht nicht machen oder trauen würde. All das  ist jetzt Nebensache. Wichtig ist nur, nichts drinnen zu behalten sondern alles rauszuschreiben. Wenn Du magst auch ohne Punkt und Komma, ohne Groß- oder Kleinschreibung, ohne Absätze und Grammatik. In diesem Brief ist alles unwichtig, was man im Deutschunterricht gelernt hat. Was in den Kopf kommt, wird genau so auf das Blatt gebracht. Fertig.
Das Schreiben hilft nicht nur sich allen Ballast von der Seele zu schreiben sondern auch die eigenen Gedanken zu sortieren und neu einordnen zu können. Denn in dem Moment, wo die Worte aufs Papier gebracht werden, entsteht Freiraum für neue Gedanken und Lösungsansätze. Der Stern hatte dies ebenfalls schon thematisiert.

Der fertige Brief


Da liegt er nun, der fertige Brief. Und nun? Ab damit in einen Briefumschlag und versiegeln. Ohne Porto. Ohne Anschrift. Und das Schönste kommt jetzt: den Brief vernichten. Man nehme eine feuerfeste Schale oder einen Grill(platz) und stellt sich mit dem Brief in der Hand mit dem Gewicht auf beiden Füßen gleichmäßig verteilt hin. Wem spontan ein Lied einfällt, das zu dem Moment passt, kann dieses jetzt laufen lassen (natürlich auch via Kopfhörer). Nun nehme man ein Feuerzeug und ein Streichholz und zündet eine Ecke des Briefumschlags an. Meist kann man den Brief noch eine ganze Weile in der Hand halten und der Flamme zusehen, die so langsam vom Umschlag in den Brief vordringt und die Buchstaben Stück für Stück verbrennt. Allein diesen Moment finde ich fast so wichtig wie das Schreiben des Briefes. Ich fühle mich immer als ob eine Last von mir genommen wird, denn die Gefühle, die in mir schlummerten sind erst auf dem Papier angekommen und werden nun von der Flamme vernichtet. Den brennenden Brief nun auf einem feuerfesten Untergrund ausbrennen lassen. Damit der Brief und alle Energien dort nicht liegen bleiben, einfach die Asche aufsammeln und in ein fließendes Gewässer kippen. Wenn ihr keinen Bach oder Fluss in der Nähe habt, dann funktioniert es auch die Asche in die Toilette zu kippen und einmal die Spülung zu betätigen. Wichtig ist nur, dass es von uns wegfließt.



Wenn also mal wieder Gefühle in Euch schlummern und ihr nicht wisst wohin damit, weil ihr kein Gespräch wollt, dann probiert doch einfach mal aus einen Brief zu schreiben. Und zwar so wie euch der Schnabel gewachsen ist. Ohne Regeln und ohne Wertung.


P.S.: Ich schreibe am Wochenende auch wieder einen. Weil da einiges in mir für Unruhe sorgt, was da nicht rein gehört. Und weil das einfach aus meinem System raus muss.


Mittwoch, 19. Februar 2014

Die eigenen Grenzen wahren


Glück heißt seine Grenzen kennen und sie lieben.


- Romain Rolland



Zu viel. Zu viele Aufgaben stehen auf der Liste. Zu viele Menschen zerren an meinen Armen. Jeder möchte etwas von mir. Ich eingeschlossen. Jeder von uns hat seine ganz persönliche Leistungsgrenze. Und wir haben sie alle schon an unseren Fußknöcheln gespürt, wenn sie erreicht zu sein schien. Ich stelle mir meine immer wie einen roten Haushaltsgummi vor. So ein ganz dünner. Er ist in einigen Metern Abstand um mich herum gespannt. Er ist nicht perfekt und umfasst mich nicht in einem exakten Kreis sondern relativ unförmig. In manchen Lebensbereichen stoße ich schneller an seine Grenzen. Dann berühren meine Fußknöchel die gespannte Gummischnur, die mich am Weitergehen hindert. Nun weiß ich, dass ich meine Grenzen noch immer ein bisschen überspannen kann, denn starr sind meine Grenzen nicht, man kann durchaus mit ihnen spielen. Aber Achtung! Auch so ein Haushaltsgummi ist nicht reißfest. Bei zu viel Dehnung reißt er, schnalzt uns entgegen und kann uns verletzen. So ist es auch mit den eigenen Grenzen. Ich kann mit ihnen spielen und ein bisschen übertreten, aber wenn ich zu stark dem Gegendruck entgegenwirke, dann reißt alles. Ich weiß das ganz genau, denn hinter meinen Grenzen ist Sperrgebiet. Und in diesem Sperrgebiet ist alles grau, nebelig, kalt und ungemütlich. Und dort wohnen unschöne graue Gestalten. Sie sind allerdings extrem gastfreundlich und freuen sich, wenn man in deren Land einreist. Diesen Einreisestempel trage ich bereits in meinem Seelenpass und habe keinerlei Bedürfnis einen weiteren zu sammeln.


grenzen


Nicht umsonst trägt dieser Post den Titel “die eigenen Grenzen wahren”. Denn gerade wenn man in einer Ausnahmephase fast täglich die Leistungsgrenze überspannt, gilt es auch täglich wieder einen Schritt zurück zu machen um die Spannung rauszunehmen. Sonst geht diese Rechnung nicht auf und es knallt sprichwörtlich. Und so erlaube ich mir selbst regelmäßig den Schritt zurück um meine eigenen Grenzen zu wahren. Zum Beispiel mit einem Kinobesuch. Am Sonntag. Vormittags. Mit Frühstück. Und der besten Freundin. Da tanke ich auf um für den nächsten Tag und die kommende Woche wieder Energie verfügbar zu haben und noch einmal richtig durchzustarten bevor eines meiner Großprojekte im Job seinen vorläufigen Abschluss findet.



Dienstag, 14. Januar 2014

Eine ganz normale Mittagspause und doch anders


Die Gelassenheit schärft den Blick für das Wesentliche.


– Weisheit aus China



Mittagspause. Das kennt ihr alle. Meine sieht jeden Tag gleich aus. Zumindest die Rahmenbedingungen. Ich habe in meinem Job 60 Minuten Mittagspause. Das war’s. Und ich weiß vielen von Euch geht es auch so. Und heute war ich sowas von unvorbereitet was die Mittagspause anging. Da ich gestern Abend im Sport war, hatte ich keine Gelegenheit mir etwas vorzubereiten, das ich heute hätte aufwärmen können. Daher war ich bis kurz vor 12 Uhr noch ziemlich planlos was ich essen würde, denn gesund sollte es ja möglichst auch sein und im Idealfall auch noch vegetarisch/vegan und im besten Fall kein Salat sein. Das macht es auf dem Land nicht gerade einfacher in der Auswahl. Kurz vor Mittag kam mir dann die Idee eine kleine Bäckerei mit Café aufzusuchen. Dort gibt es auch Nudeln mit unterschiedlichen Saucen im Angebot. Und das Tollste: es gibt auch Vollkornnudeln, was ja schon recht außergewöhnlich ist. Also düste ich zu dem besagten Bäcker (zu Fuß leider nicht zu erreichen) und ich bestellte mir Vollkorn-Spirelli mit Tomatensoße.

Während das Essen frisch zubereitet wurde, steuerte ich zielsicher auf einen Platz am Fenster zu. In einem bequemen Sessel ließ ich mich nieder und kurz darauf kam auch schon mein Essen. Selten hat mich mein Handy und die Facebook-App so wenig interessiert als in meiner heutigen Mittagspause. So machte ich es mir auf diesem Sessel bequem, nahm den Teller mit den Nudeln in die Hand und fing an zu essen: langsam und genüsslich. Um mich herum war es ungewöhnlich still für ein Café und ich genoss den Blick durchs Fenster, auch wenn es nicht die schönste Aussicht war (nämlich der Parkplatz). Aber das nahm ich gar nicht war. Ich spürte wie ich auf einmal ganz bei mir war, obwohl oder vielleicht gerade weil sich diese Woche als sehr stressig anfühlt. Meine Tage und Abende sind gut verplant und im Job wird die ToDo Liste aufgrund zahlreicher größerer Projekte tagtäglich länger anstatt kürzer. Ich nutzte die Zeit der Mittagspause um meinen Tag zu reflektieren, um ganz bei mir zu sein und das JETZT zu genießen. Das Essen. Und danach meine Gedanken. Ich saß einfach nur da. Ich nahm zwar die Menschen an den Tischen in meiner Umgebung wahr, aber ich hatte kein Interesse sie zu beobachten. Meine Wahrnehmung war bei mir. Und das fühlte sich unglaublich gut an. Saugut um genau zu sein. Der ein oder andere mag jetzt denken das ist spirituelles Geschwafel das ich da von mir gebe, aber ich fand diese eigene Beobachtung unglaublich spannend. Ich war nämlich durch nichts abgelenkt sondern konnte ganz bei mir bleiben. Das schaffe ich manchmal noch nicht einmal zu Hause. Denn wenn ich da alleine am Tisch sitze und esse, fallen mir Dinge ins Auge, die erledigt werden müssen. Z.B. der Poststapel, den ich aus dem Briefkasten geholt habe, oder die Spülmaschine, die ausgeräumt werden muss oder das Sideboard, das ich doch noch abstauben wollte. Auch wenn es in dem Moment nicht zur Situation gehört – dem Essen – schweift mein Blick über meine Umgebung. Gerade daher hat es mich heute so besonders fasziniert. Dieses Gefühl behalte ich jetzt noch ein bisschen in mir. Und nehme es – zusammen mit diesem Blogeintrag – immer wieder vor, wenn es mal wieder ganz anders läuft. Als Erinnerung.


nudeln_mittagessenuhr


Beendet habe ich meine Mittagspause übrigens mit einer Tasse Matcha im Büro. Anstatt Espresso (welchen ich nie trinke, da ich wenn – was ganz selten ist – nur koffeinfrei Kaffee trinke, da ich keinen anderen vertrage). Und das war ein wunderbarer Abschluss zu einer Mittagspause voller persönlicher Überraschungen.


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Montag, 21. Oktober 2013

Der Blick fürs Wesentliche


Wenn du dein Leben so intensiv und vollständig leben möchtest, wie es geht, dann sei dort, wo es stattfindet: Im Hier und Jetzt!


– Doris Kirch



Die letzten Tage bin ich anders Auto gefahren. Ich habe auch Räume anders betreten. Denn obwohl sich bei mir gerade alles recht schnell dreht, schließlich stecke ich mitten in den Umzugsvorbereitungen und einigen zeitkritischen Projekten im Job, bin ich viel achtsamer geworden. Ich achte viel mehr auf die Signale meines Körpers und schenke der Natur unglaublich viel Beachtung. Gerade in den letzten Tagen und Wochen ist mir das ganz bewusst geworden. Mir ist bewusst, dass ich bewusst durchs Leben gehe. Und das erfüllt mich mit unglaublicher Freude.

Gerade der Herbst ist für mich die farbenfrohste Jahreszeit, denn sie verändert sich fast täglich. Jeden Tag fahre ich Straßen entlang, die rechts und links von Laubbäumen eingefasst sind. Und täglich fahre ich durch diese güldene Allee. Die Blätter sind gerade in einem satten gelb-gold eingefärbt. So wie auf dem Bild, das ich für Euch in der Stuttgarter Wilhelma fotografiert habe. Jedes Mal ertappe ich mich dabei, wie ich ein dankbares Lächeln auf den Lippen trage. Denn diese Farbenpracht ist atemberaubend. Ich bin erfüllt von Dankbarkeit dies wahrnehmen zu dürfen. An anderen Orten sind die Bäume schon rötlich gefärbt und fallen bereits zu Boden.



herbstbaum



Diese Woche gastierte auch ein Zirkus bei uns in der Stadt und als ich eines Nachmittags von der Mittagspause zurück ins Büro fuhr, am Aufbau des Zirkuszeltes vorbei, erblickte ich auf einmal rechts von mir drei Elefanten. Und ja, ich spreche von den lebenden Exemplaren. Da standen sie auf dem Platz, der sonst einer der öffentlichen Parkplätze der Stadt ist. Die drei standen da und warfen mit Heu um sich. Wieder musste ich schmunzeln, denn ich fand es einfach toll die drei kurz beobachten zu können, während ich wartete bis die ältere Dame vor mir den Zebrastreifen überquert hatte. Zeit, in der ich nicht dachte “Oh Mann, Omi, mach schon, ich hab’s eilig” sondern in der ich gar nicht dachte, sondern die Elefanten beobachtete und einfach genoss, dass ich diese beeindruckenden Tiere kurz sehen konnte.
Tage später betrat ich einen Raum, der sofort meinen Geruchssinn ansprach. Ich merkte wie es in mir ganz still wurde, mein Gedankenkarussell verstummte und ich nur noch diesen wunderbaren Duft nach Vanille wahr nahm. Ich hielt wirklich kurz inne und ließ es zu diesen Duft einzuatmen. Da ich ein großer Fan von Vanille bin, verband ich das Bouquet mit vielen Gefühlen. Ein warmes Vanillearoma hat für mich etwas von Wohlempfinden, Gemütlichkeit und Umhülltheit (gibt es dieses Wort überhaupt?). Ich wurde davon umhüllt und es fühlte sich wohlig warm an. Und ganz ehrlich, ich weiß nicht wann ich das letzte Mal so bewusst einen Duft empfunden habe.

Und auf einmal wurde mir klar: es geht! Es nicht nur ein doofer Spruch, dieser “wenn Du es eilig hast, gehe langsam”. Ich geb’s zu, ich fand diese Redewendung immer doof. Denn ich hatte sie nicht verstanden. Ich glaube erst jetzt ist mir die Essenz bewusst. Denn erst jetzt kann ich es empfinden und für einen Bruchteil der Zeit einen Duft bewusst genießen oder die wunderschön golden-schimmernden Laubblätter. Das sind immer nur ein paar Sekunden, die ich mir immer nehmen kann. Zeit, in der ich wirklich etwas wahrnehme. Zeit, in der ich genieße. Und lächle.


Donnerstag, 17. Oktober 2013

Sei Dein eigener Löwe & brüll’!

Es gibt Gefahren, denen zu entfliehen nicht Feigheit ist, sondern höchster Mut, die Kraft, sich selbst zu besiegen.


– Berthold Auerbach



Es gibt da diesen Song, der im Radio gerade täglich hoch und runter gespielt wird. Ich bin mir sicher, dass ihr ihn kennt. Die Melodie dazu ist eigentlich auch völlig unwichtig, denn die kraftvolle Bedeutung liegt in den Worten. Ich spreche von keinem geringeren Hit als “Roar” von Katy Perry. Ich finde das englische Wort “roar” auch noch so unglaublich passend für das Gebrüll eines Löwen, denn es klingt schon bei der Aussprache nach Löwengebrüll. Als ich das erste Mal das Lied gehört hatte, fiel es mir gleich auf. Zuerst war es natürlich die Melodie und Auszüge des Textes, die man aus anderen Liedern wie “Eye of the Tiger” kennt. Doch bei jedem erneuten Hören habe ich immer mehr auf den Text geachtet. Und ich war einfach nur geplättet. Denn er ist unglaublich bedeutend und kraftvoll.

Und dann wurde mir klar, wie perfekt der Song zu allen passt, die gerade kämpfen. Ob mit aktuellen Herausforderungen des Lebens, dem Berufsalltag, mit der eigenen Familie, der engsten Vertrauten oder einfach nur mit sich selbst. Ich habe mir den Songtext noch einmal zu Herzen genommen und die deutsche Übersetzung für Euch rausgesucht. Vielleicht ist er Euch eine Stütze für Eure kraftlosen Momente. Und vielleicht könnt ihr Euch an die Bedeutung des Textes immer dann erinnern, wenn der Song im Radio läuft. Bei jedem erneutem Hören gibt er vielleicht auch Euch ein Stück Mut zurück. Denn alles was es braucht um aus dem eigenen dunklen Tal zu kommen, liegt bereits in Euch. Manchmal braucht man einfach nur etwas Motivation von außen.

Für alle, die ihrem eigenen Überpefektionismus nacheifern und mit dem selbst auferlegten, unnötigen Druck nicht mehr klar kommen, können jedes “Du” vom Text einfach mit “Ich” ersetzen. Denn auch so passt es unglaublich gut. Und so passt es auch zu mir. Denn wenn ich etwas an meiner Situation ändern möchte, dann darf ich bei mir selbst beginnen.


Früher biss ich mir auf die Zunge und hielt die Luft an
Hatte Angst, schlafende Hunde zu wecken und alles durcheinander zu bringen
Drum saß ich ruhig da und sagte zu allem Ja und Amen
Ich glaub, ich hatte vergessen, dass ich eine Wahl hatte
Ich ließ zu, dass du mich über die Grenze des Erträglichen gebracht hast
Ich vertrat keine Position, also ließ ich mich von allem beeinflussen
Du drücktest mich runter, doch ich stand wieder auf
Klopfte den Staub ab
Du hörst meine Stimme, hörst dieses Geräusch
Wie Donner wird es den Boden unter deinen Füßen zum Erzittern bringen
Du drücktest mich runter, doch ich stand wieder auf
Mach dich bereit, denn ich hab es jetzt satt
Ich verstehe jetzt alles und sehe klar
Ich hab das Auge des Tigers, bin eine Kämpferin, tanze durchs Feuer
Denn ich bin ein Sieger und du wirst mein Brüllen hören
Lauter, lauter als ein Löwe
Denn ich bin ein Sieger und du wirst mein Brüllen hören
Du wirst mein Brüllen hören
Jetzt schwebe ich wie ein Schmetterling
Steche wie eine Biene, so verdiente ich mir meinen Rang
Entwickelte mich vom Versager zu meinem eigenen Helden





Ich empfinde diese Zeilen als unglaublich stark. Ich höre darin ein verletztes Mädchen, eine junge Frau, die sich ihrem Schicksal hingegeben hat. Die einfach keine Kraft mehr für ein “Nein” aufbringen konnte. So wie es vielen von uns oft geht. Manchmal erscheint es “einfacher” alles so laufen zu lassen wie es ist, obwohl wir uns damit sehr unwohl fühlen. Denn es ist das, was wir mittlerweile gewohnt sind. Aber das ist nicht der richtige Weg! Denn es ist einfach nicht der Weg ins eigene Glück. Es ist der Weg gegen die eigenen Bedürfnisse und gegen das eigene Wohl. Denn es tut keinem gut sich ständig klein zu fühlen. Sich selbst zu verurteilen und klein beizugeben. Nimm Dir Katys Worte zu Herzen und brüll wie ein Löwe! Es steckt in uns allen. Der Kämpfer ist uns und wartet nur darauf zum Zug zu kommen. ROAR!


Dienstag, 15. Oktober 2013

Berührung von Herz zu Herz


Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.


– Oscar Wilde


Mein Beitrag vom Sonntag hat nicht nur Euch berührt, sondern auch mich. Viele von Euch haben mir geschrieben, dass ihr beim Lesen Tränen in den Augen hattet. Denn ihr habt nicht nur mich gesehen, sondern vor allem Euch selbst. Und auch ich hatte Tränen in den Augen, als ich Eure Nachrichten und Kommentare gelesen habe. Denn so wie ich Euch berührt habe, habt ihr mich mit Euren Worten berührt. Und ihr habt mir den Mut gegeben noch tiefer in den Spiegel meiner Vergangenheit zu blicken.

Ich möchte jeden einzelnen von Euch am liebsten in den Arm nehmen. Denn ihr seid mit diesem Schmerz und mit dem zuschnürenden Gefühl im Brustkorb nicht allein. Und wir sind auch nicht zu zweit, nein, da sind ganz viele von uns da draußen, bei denen es manchmal einfach zu viel ist.

Oft ist es nur eine Phase, ein absehbarer Zeitpunkt, zu der man einfach mehr Gas geben muss als sonst. Einfach weil mehr anfällt, weil es ein besonderes Ereignis gibt oder eine feste Deadline. Das kennen wir alle. In der Zeit bleibt uns auch öfters die Luft weg, aber wir sind nicht in der Abwärtsschraube gefangen. Wir leben zwar am energetischen Limit, sehen aber dennoch das Licht am Ende des Tunnels. Wir wissen: alles wird gut.


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Der andere Fall ist, wenn aus der einen Phase, noch eine wird und noch eine ohne Verschnaufpausen dazwischen zu haben. Wenn man nur noch von einem ins andere schlittert. Wenn man keine Kontrolle mehr hat und einfach nicht “nein” sagen kann. Wenn man nur noch in diesem allseits bekannten Hamsterrad läuft und nicht den Mut hat auszusteigen. Warum uns da oft der Mut fehlt? Ganz einfach. Weil wir nicht wissen was dann kommt. Wir haben keine Ahnung was passiert, wenn wir “Stop” sagen und es auch meinen. Wir wissen nicht welche Folgen es für uns haben könnte. Und die meisten von uns sind gedanklich darauf programmiert anzunehmen, dass die Folgen eher negativer Natur sind. Dass uns etwas besseres erwarten könnte, das wagen wir nicht in Betracht zu ziehen. Dabei ist die Chance so viel größer. Denn es ist eine Chance für uns. Eine Chance zur Veränderung. Denn ich weiß: alles wird gut.

Egal wo Du gerade bist und wie aussichtslos Dein Situation in Deinen Augen auch zu sein scheint. Alles wird gut. Das weiß ich ganz sicher. Es gab rappelschwarze Tage in meiner Vergangenheit und ich hatte Angst, dass ich für immer traurig bleiben müsste. Dass ich nie mehr Lachen könnte. Zumindest nicht von Herzen. Oder dass ich nie mehr schöne Sonntage erleben dürfte. Zu dem Zeitpunkt habe ich kein Licht am Ende des Tunnels gesehen. Aber ich kann Euch aus meiner eigenen Erfahrung sagen: alles wird gut. Ich erlebe schöne Sonntage, lache wieder von Herzen so wie auch früher und Traurigkeit füllt nicht mehr meinen Alltag.

Daher möchte ich Dir heute einfach nur sagen: alles wird gut! Du wirst Deinen Weg finden so wie ich meinen gefunden habe. Du wirst Deine Erfahrungen so machen, wie sie für Dich vorgesehen sind. Du wirst die Menschen treffen, die Dich ansprechen und Dir helfen können. Dir werden die Worte begegnen, die Du hören kannst. Das einzige was Du brauchst ist der Mut an Dich selbst zu glauben. Und daran, dass alles gut wird. Denn das wird es. Auf jeden Fall. Zu Deiner Zeit.

P.S.: Wer den Post zum "Sonntagshasser" verpasst hat, findet ihn hier.

Freitag, 11. Oktober 2013

Gastbeitrag: Mein Langzeit-Handy-Sabbatical


Wir schätzen nicht was wir haben, bis es weg ist. So ist die Freiheit. Sie ist wie Luft. Wenn man sie hat, dann bemerkt man sie nicht.


– Boris Jelzin


Heute erwartet Euch ein inspirierender Gastbeitrag meiner Leserin Jeanine. Sie ist Mama einer kleinen Tochter und von Beruf Marketingfachkauffrau. Sie schreibt normalerweise aus ihrem Homeoffice Texte für die Möbelbranche. Seit drei Monaten verzichtet Sie auf ihr Handy. Wenn ihr wissen wollt wie es dazu kam und welche Freiheiten Jeanine dadurch gewonnen hat, dann lest weiter.

 
handy_sabbatical

 
Mit 16 kaufte ich das erste Handy. Heimlich natürlich. Im Zimmer in der Souterrainwohnung meines Elternhauses konnte ich es nur am linken äußeren Eck des Fensters nutzen. Jede SMS, jeder Anruf – ich war so stolz darauf endlich auf einer eigenen Nummer erreichbar zu sein. Mein Handy und ich waren jahrelang ein Topteam. Im Beruf besonders und mindestens genauso wichtig war mir diese stete Erreichbarkeit im Privatbereich.

15 Jahre später, nach etwas genauso viel Tausend SMSen und wer weiß wie vielen Telefonminuten, entscheide ich mich gegen mein Handy. …
...Mein Smartphone begann „zu spinnen“. Die Software lud nicht, ich konnte nicht auf gängige Nachrichtenprogramme zurück greifen. On top konnte ich das Gerät auf 100 Prozent Akkuvolumen laden und binnen zwei Minuten mit einem einfachen Telefonat wieder entladen. …
Seit drei Monaten läuft nun der Reklamationsprozess mit dem Hersteller und einem Servicedienstleister desgleichen, der mich schon viele graue Haare und vor allem: wertvolle Zeit gekostet hat.
Doch auch etwas Positives sprang für mich heraus. Etwas immaterielles. Nämlich: Verbindlichkeit. Achtsamkeit. Wichtigkeit. Zeit – Wertzeit. 

Nach wenigen Wochen hatte ich mich daran gewöhnt, nicht mehr auf dem Spielplatz geschäftliche Gespräche zu führen. Nicht mehr den Drang zu verspüren, jedes Foto, das ich von meiner Tochter geschossen hatte, direkt weiter zu schicken und mich ganz nebenbei über eine schlechte Internetverbindung zu ärgern. Zu Hause nicht mehr ständig auf das Gerät zu schauen, um sicherzustellen, dass ich auch nichts wichtiges verpasse. Treffen nicht mehr unflexibel und unverbindlich zu vereinbaren und das gewohnte „wir können uns ja zusammentelefonieren“ am Gesprächsende zu vermerken.

Ich bin ruhiger geworden. Konzentriere mich auf das Wesentliche und bin von Zeit zu Zeit geschockt darüber, welche Macht das Handy über einen jeden von uns hat. Ist Macht ein zu hartes Wort? Beobachte Dich doch einfach selbst: wie oft holst Du innerhalb eines Treffens mit Deinen Freunden Dein Handy aus der Tasche. Wie oft checkst Du Nachrichten und Anrufe. Wie oft loggst Du Dich ins Internet ein oder wie selbstverständlich ist eine Internetflat für Dich geworden? … Wie viel ist uns unser Gegenüber wert, wenn es so selbstverständlich geworden ist, ganz multi-tasking-like, alle anderen Alltäglichkeiten des Lebens, by the way, mit zu erledigen?

Nun, flexibel bleibe ich. Innerhalb eines Rahmens, den ich mir und den Menschen die mir wichtig sind einräume. Verbindlicher bin ich geworden. Eine Verspätung von mehr als 10 Minuten ist nun nicht mehr aus Luxusgründen drin. Multi-Tasking kann ich. Dennoch genieße ich es, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Erreichbar bleibe ich. Festnetz, E-Mail und Facebook tun mir hier gute Dienste. Organisiert bin ich mehr denn je. Nummern muss ich mir merken, Zeit genau planen. Persönlicher ist es geworden: man redet mit mir und schreibt mir keine übereilten Nachrichten mehr. Ich erfahre so viel mehr, weil ich direkt nachfragen kann und Antworten erhalte.

Notfälle. Ja, ich finde, es gibt Gelegenheiten in denen auch ich auf ein Handy nicht verzichten möchte. Auch wenn die einzige Autopanne die ich bisher hatte, mitten im Wald passierte und ich doch auf eine fremde Autofahrerin angewiesen war, die bei nächster Gelegenheit einen Anruf für mich tätigte.
Das Handy meines Mannes wird mich also begleiten – im Auto – für den Notfall. Aber sollte an der Kasse neben mir ein Klingeln ertönen, so kann ich ganz beruhigt meine überbeladenen Arme ruhen lassen. Mein Handy verweilt in Frieden, …








Montag, 26. August 2013

Deine Herzstimme weist Dir den Weg


Du kannst nur auf Dein Herz hören, solange es noch schlägt.


– Andreas Marti



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Dieses Zitat ist mir auf meinem Kalender begegnet und ich fand es einfach mehr als passend. Auf das eigene Herz zu hören. Ja, da ist was dran. Und ja, es gibt Zeiten, in denen einem das unwahrscheinlich schwer fällt. Weil man meinen könnte, da ist gar keine Stimme. Oder ist es eine ganz leise Stimme? Oder sind meine Ohren taub? All diese Fragen haben auch mich schon begleitet.

Das Kalenderblatt hat folgendes als Erklärung gegeben, falls man meint nichts mehr hören zu können: “…Sie sollten nie Ihre Fähigkeit zur Empathie und Ihre Sensibilität gering schätzen.”  Wir Menschen tendieren dazu ,besonders in stressvollen Zeiten, unsere Herzstimme mit unserem Verstand zu verwechseln. Unser Verstand ist geprägt von alten Mustern, die sich in uns gefestigt haben. Teilweise aus unserer Historie heraus, aus der Erziehung aber auch aus der Nachahmung von anderen. Was man oft hört und sieht, nimmt der Mensch als wahr an. Wenn man vor einer Entscheidung steht und der Impuls ein “das geht aber nicht” oder “das kann man nicht machen” ist, dann ist es der Verstand, der zu einem spricht und nicht das Herz. Denn das Herz sagt einem nicht, dass etwas “unschicklich” ist. Das Herz sagt meist nur “ja” oder “nein”, “mach” oder “lass es”. Ganz klare Antworten, keine Erklärungen.

Auch ich hatte lange Zeit verlernt auf mein Herz zu hören, denn es wurde vom Verstand übertönt und ich bin oft dem Verstand gefolgt. Oder aber ich habe mein Herz gehört, aber auch den Verstand und dann oft gegen das Herz entschieden. Ich schreibe das hier ganz bewusst, denn es ist nie zu spät wieder zu lernen auf das eigene Herz zu hören. Auch wenn es am Anfang kaum hörbar zu sein scheint, wird es lauter, wenn man ihm Vertrauen schenkt und sich etwas Zeit gibt.

Erst letzte Woche stand ich vor einer Entscheidung und ich hatte das Gefühl keinen klaren Impuls von meinem Herzen zu bekommen. Die ersten paar Sekunden wusste ich damit gar nicht umzugehen. Denn sofort kam der Verstand dazu, der mir sagte, dass wohl beide Optionen Mist seien, sonst hätte sich mein Herz schon geäußert. Das hat mich verunsichert, denn ich hatte kurz das Gefühl es ist tatsächlich keines von den beiden Dingen zwischen denen ich mich entscheiden sollte. Weit gefehlt, denn kurz danach meldete sich mein Herz doch zu Wort. Manchmal ist es auch einfach so, dass beide Wege richtig sind. Und dass man getrost den einen gehen kann und auch den anderen. Es sind beide okay. Diesen Gedanken habe ich für kurze Zeit in mir getragen um zu überprüfen ob er wirklich richtig und damit wahr ist. Und mein Herz sagte mir “ja”. Egal wofür ich mich entscheide, es ist beides absolut in Ordnung. Und ja, ich habe mich entschieden. Ich habe beide Optionen noch einmal vor mein inneres Auge geführt und bin die Optionen mit beiden Dingen durchgegangen. Und tatsächlich, es gab eine Option, die einen kleinen Tick besser gepasst hat. Und diese Entscheidung ist auch heute noch, einige Tage später, total stimmig.

Höre auf Dein Herz, dann weist es Dir auch den Weg. Heute und jeden neuen Moment. Die Wahrheit steckt in jedem von uns. Jetzt schon. Und wenn sich eine Entscheidung im Nachhinein doch nicht mehr so gut anfühlt, dann war es 1. nicht die Herzstimme und 2. lässt sich fast alles noch einmal ändern. Aber es lohnt sich immer Entscheidungen mit dem Herzen zu treffen.


Donnerstag, 11. April 2013

Hol Dir Kraft | Dein innerer Frieden


Bevor du neue Wege gehst, gehe einen Schritt zurück. Zu dir selbst.

– Dana Haralambie


Es ist mal so oder so. Mal besser, mal schlechter. Mal grauer, mal bunter. Mal trauriger, mal fröhlicher. Mal aktiver, mal passiver. Kein Tag gleicht einem anderen. Jeder selbst ist jeden Tag ein anderer Mensch als noch am Vortag. Warum? Weil nichts gleich ist. Und weil wir Mensch sind und nicht Maschine. Und doch schaffen wir es von zu Zeit eher zu funktionieren als zu leben. Das dies zu einem toxischen Strudel werden kann, weiß jeder, der bereits mit Erschöpfung und Depression zu kämpfen hat oder hatte. Ich bin da keine Ausnahme mit meinem Burnout 2011. Natürlich ist jede Krankheit und jede Krise eine Chance, vor allem genau solche Momente zu erkennen und dann an den nötigen Stellrädern zu drehen anstatt sich vom Strudel in die dunkle Tiefe ziehen zu lassen.

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Aktuell ist sehr viel Bewegung bei mir. Im Äußeren wie auch im Inneren. Wobei es richtig wäre, dass die Umstände im Äußeren gerade zu Aktion im Inneren führen. Die Herausforderung ist, die innerliche Ruhe wieder herzustellen. Daran arbeite ich gerade Tag für Tag. Mal erfolgreicher und mal weniger erfolgreich. Es gibt Tage, da fühle ich mich fröhlich und glücklich und dann gibt es Momente, an denen mir auf dem Weg ins Büro Tränen in die Augen steigen, weil ich den äußeren Druck spüre. Das ist für die wenigsten von uns unbekanntes Terrain. Jeder steht seine Frau oder seinen Mann und trägt die unterschiedlichsten Hüte als Rollen: Partnerin, Kollegin, Mitarbeiterin, Bloggerin, Freundin, Tante, Schwester, Tochter und Perfektionistin. Bei vielen von Euch kommt sogar noch das Mutter sein hinzu (oder natürlich die männliche Rollenverteilung). Manche studieren noch und haben mehrere Jobs, übernehmen die Pflege für einen lieben Menschen und sind ehrenamtlich tätig. Auch bei mir kommt noch der ein oder andere Hut dazu. Aktuell gibt es so viele umfangreiche Projekte in meinem Äußeren welche mein Innerstes aus dem Gleichgewicht bringen.
 
Dank meinem Burnout und der damit verbundenen Behandlung habe ich mehr als genügend Instrumente kennengelernt und mitgenommen, mit denen ich mir selbst helfen kann. Yoga tut mir immer wahnsinnig gut. Gestern abend wusste ich, dass ich einfach nur laufen muss. Auch im Regen. Mein Innerstes schrie “raus hier und einfach nur (weg) laufen”. Kreativität hilft mir auch oft, wenn ich das nicht schon in Fülle über den Tag hinaus abgeliefert habe. Malen ist wunderbar. Auch Meditation oder Lesen. Puzzeln oder Stricken. ABER: all diese Gegenmaßnahmen erfordern natürlich Zeit. Es ist kein Schalter, den man nur betätigen muss und nach 20 Sekunden innerer Frieden hergestellt wird. Nein. Auch die Gegenmaßnahmen sind “Arbeit”. Sie benötigen unsere volle Aufmerksamkeit, unseren Wunsch des Loslassens und die Zeit dies auszuführen. Eben gerade weil wir Mensch sind und nicht Maschine. 

Und an und ab fällt auch mir das schwer. An einem grauen Tag nicht einfach einzubrechen sobald sich die Haustüre hinter einem schließt. Wie oft möchte man einfach unter die Bettdecke krabbeln und erst am nächsten Morgen wieder aufwachen. In einem Selbstexperiment habe ich das über Jahre getestet und muss Euch leider berichten, dass es nicht hilft!! Tut es leider nicht. Kummeressen hilft auch nicht. Aber das muss trotzdem beides manchmal sein. Und wenn es nur dafür da ist um zu wissen, dass es immer noch keine magische Besserung durch extremen Schokolade- oder Eiscreme-Konsum gibt. Denn beides verhilft nicht zu innerer Ruhe. Es verschafft nur Zeit sich nicht darum weiter kümmern zu müssen. Aber wenn die Eisbox leer ist, ist es innendrin nicht ruhiger geworden!!

Gebt nicht auf! Egal wie hektisch, angespannt, aufgewühlt, verzweifelt oder hoffnungslos ihr Euch fühlt, es ist nicht alles schwarz in schwarz. Diese Gefühle dürfen zum ersten einmal da sein, denn sie gehören zu Euch (sind ja Eure, hat Euch keiner eingepflanzt) und sie wollen wahrgenommen werden. Denn sie sind ein Zeichen und senden ein deutliches Signal. Unwohlsein! Ihr könnt natürlich viel machen um Euch in diesem Moment besser zu fühlen. Was das ist, ist für jeden anders. Das Tolle an unserer heutigen Zeit ist, dass es unglaublich viele Optionen gibt. Ob Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Yoga, Tai Chi, Feldenkrais, Meditation, Töpfern, Zeichnen, Beten, Affirmationen rezitieren, Joggen, sonstigen Sport oder was auch immer. Vielleicht braucht ihr auch einfach nur die Natur und die Ruhe. Zum Beispiel eine abgelegene Parkbank mitten im Wald an einem See oder Bach. Einfach nur dasitzen und der Natur lauschen. Findet heraus was es ist, das Euch gut tut. Vielleicht liebt ihr es auch zu schreiben, oder motivierende Texte zu lesen, ein Schaumbad zu nehmen oder einen Kopfstand zu machen. Oder ihr sucht Euch einen passenden Gesprächspartner, der Euch Lösungen aufzeigen kann und bei dem ihr Eure Gedanken loswerden könnt.

Da im Äußeren in meiner aktuellen Lebenssituation in den nächsten Monaten nicht viel Ruhe einkehren wird, ist es daher notwendig, dass ich meine innere Ruhe regelmäßig trainiere.  Und genau diesen Ratschlag schreibe ich mir jetzt selbst auf die Fahnen und tue die nächsten Tage wieder verstärkt etwas für meinen inneren Frieden.

Mittwoch, 13. März 2013

Miesepetrige Tage ade!


Don't give yesterdays worries an invitation to tomorrow!

– Kandee Johnson

 
Es macht mich fertig. Falsch. Es machte mich fertig. Letzte Woche gab’s noch herrlichen Sonnenschein und Temperaturen im zweistelligen Plusbereich, ich bin das erste Mal ohne Jacke aus dem Haus und habe mich von der Sonne erwärmen lassen. Der Frühling war greifbar nah. War. Anscheinend gibt es auch weiter oben Rangeleien und Frau Holle hat sich ganz anscheinend mit Fräulein Sonne einen kleinen Machtkampf geleistet. Man könnte sagen, dass Fräulein Sonne wohl eine kleine Strategin ist und genau wusste, dass sie noch mehr als genug Zeit hat ihr Sonnenzepter zu schwingen und überließ damit der weißen Dame den Sieg. Und Frau Holle wäre nicht Frau Holle, wenn sie sich nicht noch einmal richtig verausgaben würde und zeigen würde, was in ihr steckt. Und so malte sie den Himmel noch einmal in den Farben grau-weiß-blau-beige und schenkt uns so viele Schneeflocken wie sie nur kann. Was sie nicht ahnen konnte ist, dass wir Menschenkinder gerade wenig begeistert sind und ihr nicht die Hochachtung geben, die sie eigentlich verdient hätte. Das Wetter noch einmal so kräftig zu drehen ist sicher nicht ohne.

Und so hat es auch mich erwischt. Mein komplettes Sein hat sich der Malgemeinschaft angeschlossen und mich innerlich in trübes Grau getaucht. Auf fröhlich bunte Tage folgten dunkle gepaart mit Trübsal. Ich konnte es erst gar nicht greifen. Da war einfach nur das Ich, das sich der Trauer näher fühlte als der Freude. Doch warum? Dem Wetter habe ich es gar nicht zugeordnet. Kränkelnd fühlte ich mich auch nicht. Aber ich hatte keine Freude an der Musik, an der Arbeit oder an den mich umgebenden Menschen. Ich wollte mich eigentlich nur in mein Schneckenhaus zurückziehen und die Tür mehrmals und fest verschließen. Es fiel mir schwer zu lächeln und ich spürte wie ich im Büro eine Maske überstülpte: die nette, freundliche, lächelnde Maske. Aber ich war innerlich ganz still. Wie so ein vereister Bergsee inmitten eines blätterlosen, stillen Waldes. Ich habe wenig geredet, keine Scherze gemacht und in mich gekehrt. Und dennoch fühlte ich mich von mir selbst weit entfernt. Kurz und knapp: Winterdepression. Und das obwohl es mir doch am Samstag noch so toll ging! Und doch waren Montag & Dienstag ganz mies. Und ich konnte mir selbst nicht helfen. Keine Gegenmaßnahme hat mich angesprochen. Ich habe mich zum Sport machen gequält und hatte die Hoffnung, dass das die Laune dreht. Aber es hat alles nichts geholfen.

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In meiner kleinen Verzweiflung habe ich das telefonische Gespräch mit meiner Beraterin gesucht, was sich als das einzig richtige erwiesen hatte. In solchen Situationen hilft es ungemein sich den neutralen Rat und die Sichtweise von außen zu holen. Sie riet mir dazu früher nach Hause zu gehen und gut für mich zu sorgen. Ja, all diese Gedanken hatte ich vorher auch schon aber ich hatte keine Lust auf ein Schaumbad oder auf eine entspannte Yogastunde. Dann fragte sie mich nur eins “hättest Du mehr Lust bei dem Mistwetter warm angezogen draußen zu spazieren oder Dich in die warme Badewanne mit viel Schaum zu legen?”. In einer gefühlten Nanosekunde war meine Antwort schon da. Ich wollte raus ins Mistwetter. Wirklich??? Sie sagte mir ich soll genau das machen und mir vorher noch eine einzelne gelbe Rose kaufen. Vielleicht hätte ich ja im Nachgang, schön durchgefroren, Lust doch noch in die Badewanne zu gehen. Denn Wärme ist in solchen trüben Gefühlstagen Geborgenheit für die Seele.

Eine Stunde vor Arbeitsende stieg ich ins Auto, fuhr in die Gärtnerei und kaufte mir eine einzelne weiße Rose (gelbe gab es nicht und orange gefiel mir nicht), holte mir im Supermarkt noch alle Zutaten für einen Grießbrei und fuhr heim. Erst wollte ich einfach nur die Schuhe wechseln und raus, doch dann erinnerte ich mich, dass ich in der Therapie mal gelernt hatte wie gut es tun kann, wenn man sich aus der Arbeitsuniform pellt (auch wenn es bei mir keine Uniform ist) um damit diesen Teil des Tages hinter sich zu lassen und einen neuen Tagesteil zu beginnen. Das erschien mir in diesem Moment schlüssig und ich zog mir schnell eine warme Jogginghose an, Schlabberschirt & Pulli, dicke Winterstiefel und natürlich Schal und Mütze. Und raus. In einem leichten Graupelschauer stapfte ich los. Und ich meine “stapfte”. Ich hatte keine Freude dabei. Ich war draußen. Es war kalt. Es war grau. Es war doof. Und ja, es war keine Menschenseele draußen. Nur ich, zahlreiche Bäume und viel grauer Himmel. Ach so, die schlechte Laune war auch dabei. Sie war wie eine Klette. Sie hing mir auf dem Rücken und klammerte sich an meinem Hals fest. Irgendwann lief sie neben mir. Ich hatte ein bisschen mehr Luft und meine tausend negativen Gedanken wurden weniger. Ich hatte etwas mehr “Luft”. Ich lief und lief. Es war eisig kalt, meine Nase lief. Egal. Weiter. Ich lief und lief. Und auf einmal war die Klette weg. Ich weiß nicht ob ich schneller geworden bin oder ob die Klette einfach zu langsam war. Oder vielleicht war es ihr auch zu kalt. Oder ihr war mein Gemurmel zu blöd. Ohne Witz, ich habe Affirmationen vor mich hingemurmelt. Ich wollte meine Gedanken verleiten auf mich zu hören und nicht andersrum. Das funktioniert die ersten fünf Minuten gleich null, aber dann. Auf einmal geht es. Es fiel mir zwar schwer das alles so hinzunehmen was da aus meinem Mund kam, aber auch das war zweitrangig. Dann war ich wieder vor meiner Haustüre und irgendwo froh in die warme Stube zu kommen. Meine Rose hatte ich vor meinem Spaziergang schon in eine Vase gestellt und da stand sie nun und guckte mich an. Zu dem Zeitpunkt war mir wirklich nach etwas Warmen und ich hatte sogar ein bisschen Lust auf diesen Grießbrei.

Griesbrei hat für mich einen besonderen Stellenwert. Ich glaube jeder von uns hat so ein Gericht aus der Kindheit, das einen hat besser fühlen lassen. Wenn man krank war, wenn man traurig war, wenn einem nichts geschmeckt hat, das war es. Und bei mir war es eben der Grießbrei. Im Idealfall mit Zimt und Zucker. Und zwar viel Zimt. Es tat sogar gut ihn zu kochen und dem Kochprozess zuzugucken. Als er soweit war, setzte ich mich mit meiner Schale frisch gekochtem und duftenden Grießbrei auf die Couch. Vorher noch schnell die Wärmeschuhe in die Mikrowelle, dann die Schuhe anziehen, mit der Kuscheldecke zudecken, Kerzen um mich rum anzünden und die Stehlampe anmachen. Das hilft immer. Ich liebe flackerndes, warmes Licht und am liebsten viel davon! Eingemummelt entschied ich mich für eine alte Liebe: US Serie in Originalton. Auf TNT Serie wurde ich fündig: “Home Improvement” und danach eine Folge “Friends”. Das katapultierte mich in meine eigene Welt. Wärme, Licht, Grießbrei und Amerikafeeling. In diesem Moment merkte ich seit Tagen, dass mein Ich in all seinen Facetten auf meine Mühen angesprungen ist. Der Motor lief wieder. Ganz bewusst schaltete ich den Fernseher nach zwei Folgen ab. Es wurde schon dunkel draußen und ich holte ein Louise L. Hay Buch hervor, klippte mein Leselicht dran und hüllte mich wieder in meine warme Kuscheldecke auf dem Sofa ein. Und wie so oft in ähnlichen Situationen brachte mir dieses Buch all die Worte, die ich in diesem Moment an nötigsten brauchte.

Ich wollte eben nicht wieder vor dem Fernseher einfach “irgendwas” angucken. Nein, ich wollte etwas Bewusstes für mich tun. Und auf einmal kamen mir die Gedanken, was mir an solchen grauen Tagen gut tut. Und mal wieder entstand daraus eine kleine Liste. Eine Liste, die aus der Situation entsprang. Eines der Punkte, die mir in den Kopf kamen war “mich mit Buntem zu umgeben”. Und dieser Gedanke war auch beim heutigen Erwachen noch immer da und das Bedürfnis nach Buntem war stark. So habe ich mich für ein sehr buntes Outfit heute entschieden, das von den frischen Farben gelb und grün geprägt ist.

Und so passt das Eingangszitat, das mir ebenfalls erst heute über den Weg gelaufen zu meinem heutigen Tag! Was auch gestern war (und vorgestern) beeinflusst mich nicht weiter im Heute. Ich sorge für mich, umgebe mich mit Schönem und Buntem und gestalte das Heute!

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Quelle: https://www.facebook.com/positiveoutlooks 












Donnerstag, 3. Januar 2013

Inspiration für 2013


Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.

– John Sedges


Auf Facebook bin ich auf diese wunderbare Auflistung gestoßen (Quelle: A Tribute to Stephen Covey) und habe diese bereits auf der HappyIch Facebook-Seite geteilt (sollte Euch die Seite HappyIch noch nicht gefallen, dann aber schnellstens nachholen…hier gibt es immer wieder kleine Inspirationen, die es nicht in den Blog schaffen und dennoch lesenswert sind).


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Sie waren direkt Inspiration für mich und passen einfach wunderbar zu einem neuen Jahr. Hier in meiner eigenen freien Übersetzung noch einmal kurz zusammengefasst und mit meinem Senf verfeinert.


1. Schließe Frieden mit Deiner Vergangenheit. Um in der Gegenwart Dein volles Potential ausschöpfen zu können, solltest Du alles Altes hinter Dir lassen. Wenn es zu viel Platz in der Gegenwart einnimmt, gibt es keinen Platz mehr fürs Jetzt. Ich spreche aus eigener Erfahrung, wenn ich sage, dass auch das für mich teilweise sehr schwer ist. Es gibt Verletzungen aus der Vergangenheit, die auch in der Gegenwart noch stark schmerzen. Und manchmal braucht es einfach mehr Zeit. Siehe auch Punkt 3. Dennoch kann man mit Schmerzen aus der Vergangenheit im Jetzt leben und dieses zum Besten machen. Auch wenn man etwas Wichtiges verloren hat, darf man im Heute leben und lachen. Mit der Vergangenheit Frieden schließen ist nicht damit gleichgesetzt es zu vergessen oder gar aus dem Leben zu streichen. Es wird immer Teil Deines Lebens bleiben….aber friedvoll.

2. Was andere von Dir denken kann Dir egal sein. Denn Du bist Schöpfer Deiner eigenen Gedanken. Was Du über Dich denkst, ist was Dir widerfährt. Nur positive Gedanken formen eine positive Gegenwart und Zukunft.

3. Die Zeit heilt fast alle Wunden. Aber gib dem ganzen Zeit. Manchmal auch viel Zeit. Der Schmerz wird im Laufe der Zeit abnehmen. Auch emotionale Wunden heilen. Die Narben werden für immer bleiben, denn sie erzählen unsere Geschichte und gehören zu unserem Buch des Lebens. Und sie machen uns stärker!

4. Nur Du bist der Schlüssel zu Deinem eigenen Glück – kein anderer. Es gibt viele Dinge im Außen, die einen kurzzeitig glücklich machen. Doch langfristig liegt Dein Glück in Dir selbst, in Deinem Herzen. Gestalte Dir Deinen Tag wie es Dir gefällt. Tue Dir Gutes. Sorge gut für Dich und es wird Dir gut gehen. Höre nach innen und höre was Dir die Stimme Deines Herzens sagt, was Dir Dein Körper sagt und handle danach. Nimm Dir Zeit für Dich, Deine ICH-ZEIT und genieße Dein inneres Wohlbefinden. Wenn Du nur im Außen nach Glück suchst, wirst Du nicht fündig werden.

5. Vergleiche Dein Leben nicht mit dem anderer. Wer weiß was die anderen noch alles an Ballast im Gepäck haben. Wir kennen deren Geschichte nicht und auch nicht deren Fähigkeiten damit umzugehen. Wir stecken in unseren Schuhen und nicht in denen der anderen. Man kann natürlich gerne das ein oder andere als Inspiration für sich selbst nehmen (das tue ich auch), aber man sollte immer nachprüfen ob das auch zu einem selbst passt und es sich stimmig und gut anfühlt. Alle Tipps, die ich in diesem Blog gebe sind meine persönlichen Erfahrungen und funktionieren für mich. Vielleicht funktionieren sie auch für Dich in genau derselben Form oder in einer veränderten Form und vielleicht funktionieren sie auch gar nicht, weil Du in einem ganz anderen Leben steckst.

6. Denk nicht zu viel nach. Es ist absolut in Ordnung nicht auf jede Frage eine Antwort zu haben. Manchmal gibt es keine Antwort. Es gab auch nie eine. Und es wird auch keine geben. Fertig. Aus. Das ist die Antwort.

7. Lächle. Du hast nicht alle Probleme, die die Welt zur Verfügung hat auf Deinem Teller. Ein Lächeln kann das dunkelste Dunkel erhellen und Deinen Tag beflügeln. Schenke Dir ein Lächeln, schenke einem Fremden ein Lächeln. Es könnte das einzige sein, das ihm den ganzen Tag geschenkt wird und es könnte auch seinen Tag zu einem besseren machen. Also worauf wartest Du noch? Lächle!


Umsetzungsidee: Du kannst Dir einfach für die nächsten Tage jeden Tag einen Punkt vornehmen und diesen in Deinen Tag integrieren. Viel Spaß damit!



Freitag, 2. November 2012

November Challenge | Ich-Zeit {Start: 5. Nov}


Schenke dir selbst jeden Tag die schönsten Momente,
und bade Körper, Seele und Geist in innerer Harmonie.

– Sarah Bernhardt

 

Ein neuer Monat steht vor der Tür und für viele von uns hat der November einen schlechten Ruf. Wir gehen bei Dunkelheit aus dem Haus und kommen auch bei Dunkelheit wieder zu Hause an, es ist oft regnerisch, Nebel zieht durch die Morgenstunden und auch der Frost zieht ein. Der November ist doch meist ein nass-kalter Monat. Aber deshalb ist es noch lange kein schlechter Monat. Oder etwa doch?

Gestern ist mir ein wunderbarer Text von Robert Betz in die Hände gefallen, der mich zum intensiven Nachdenken gebracht hat. Daher möchte ich dies gerne mit Euch teilen:

” […] Die Bäume lassen jetzt, nach ihrem kraftvollen Farben-Feuerwerk, ihre Blätter los, aus denen neues Leben entsteht. So wie der Bauer die Wintersaat aussät, kannst auch du jetzt deine Saat für das neue Jahr aussäen. Mach das Licht der Kerzen an im Haus, genieße die Wärme und den gewürzten Tee, mach es dir kuschelig, such die Musik-CDs, die du schon lange nicht mehr gehört hast und nimm dir Zeit für dich und das wahrhafte Gespräch mit deinen Liebsten.

Geh nach innen und gönne dir mehr Zeit für BesINNung und Meditation und erINNere dich daran, dass das Leben von INNEN nach AUSSEN verläuft. Was sich morgen in deinem Leben zeigen soll, will heute gesät sein […] So wie die Natur jetzt stiller wird und nach innen geht, damit das frische Grün im Frühjahr sich mit neuen Trieben zeigt, gehe auch du nach innen, werde langsamer, schenk dir Musse- und Genuss-Stunden mit dir. Deine Seele wird es dir danken […].”

{Quelle: https://www.facebook.com/betz.robert}


Ich konnte nicht mehr aufhören darüber nachzudenken seit ich das gestern gelesen habe! Nach Innen gehen, das Innen füttern und aufladen, sich selbst in dieser Zeit, in der es kaum Ablenkung von außen gibt, bewusst wahrnehmen. Sich selbst Zeit mich sich schenken, achtsam sein und sich um das eigene Selbst kümmern.


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Und genau das möchte ich machen. In diesem November! Daher lade ich Euch herzlich zu meiner eigenen Challenge ein. Es braucht nicht viel und es ist auch einfach umzusetzen. Es braucht lediglich etwas Planung und Disziplin und natürlich den Wunsch sich selbst Gutes zu tun. Ihr könnt gleich heute damit anfangen oder am Montag, den 5. November (ein Quereinstieg ist natürlich auch jederzeit möglich!).

Die Challenge ist folgendermaßen aufgebaut:
Woche 1 | 5. bis 11. November 15-20 Minuten ICH-ZEIT
Woche 2 | 12. bis 18. November 30 Minuten ICH-ZEIT
Woche 3 | 19. bis 25. November 30 Minuten ICH-ZEIT
Woche 4 | 26. Nov bis 2. Dez 45-60 Minuten ICH-ZEIT

Durch die unterschiedlichen Zeiten lernen wir langsam uns immer mehr Zeit zu schenken. Dies ist nur als Vorschlag anzusehen und wenn es euch leicht fällt bereits ab Woche 1 mehr Zeit für Euch selbst zu reservieren, dann tut das. Das Ziel ist eine Stunde pro Tag mit sich zu verbringen. Diese kann am Stück sein, es können aber auch 30 Minuten nach dem Aufstehen sein und 30 weitere Minuten am Abend. So, wie es in Euren Alltag passt! Hier gibt es kein einheitliches Rezept. Ich kann Euch die Zutaten nennen, aber backen dürft ihr selbst!


Wie setze ich das um?

Ich habe für mich persönlich festgestellt, dass es mir am besten gelingt die Zeit mit mir (ICH-ZEIT) im Kalender fest einzuplanen und einzutragen. Meist schreibe ich bereits dazu wie diese Zeit aussehen kann (dazu gehe ich gleich noch ein). Es ist ein fester Termin im Kalender und dieser ist auch nicht verschiebbar. Er ist genauso wichtig wie der Termin im Büro, der Arzttermin oder der Termin für den Reifenwechsel.

Aus genau diesem Grund macht es auch oft Sinn, zumindest einen Teil dieser Zeit gleich am Morgen nach dem Aufstehen in das Morgenritual zu integrieren (einen Artikel zum Morgenritual findet ihr hier, hier und hier). Denn morgens kommt einem meist kein Anruf dazwischen, es klingelt nicht an der Haustür und es gibt keine unvorhergesehenen Termine (für die Mamis: Zeit für Euch am besten dann, wenn der Rest des Hauses noch schläft…auch wenn das bedeutet früher aufzustehen als bisher). Aber entscheidet für Euch anhand Eures Alltags. Wann könnt ihr diese ICH-ZEIT in Euren Tagesablauf einplanen?


Die Regeln!
  1. ICH-ZEIT ist Zeit für Euch. Ganz alleine! In dieser Viertelstunde, halben Stunde oder Stunde seid ihr alleine! Ganz alleine! Alleine mit Euch, Euren Gedanken, Wünschen und Sehnsüchten!
  2. ICH-Zeit wird bewusst genossen! Das heißt Schlafen zählt nicht! In dieser Zeit dürft Ihr Euch bewusst wahrnehmen, mit allen Sinnen! Fernsehen ist auch eine Art der Ablenkung und zählt für diese Zeit ebenfalls nicht!
  3. ICH-ZEIT ist störungsfreie Zeit! Teilt Euch Eure ICH-ZEIT so ein, dass ihr ungestört sein könnt. Wenn das zu Hause nicht geht, dann sucht Euch einen Platz, wo ihr ungestört sein könnt (auf einer Parkbank, am See, im Wald, in der Bibliothek, im Park, im Garten, in der Sauna, etc.).
  4. ICH-ZEIT ist die Zeit für alle Sinne! Der Ort, an dem Ihr Eure ICH-ZEIT verbringt, sollte Euch gut tun! Vielleicht müsst Ihr diesen Ort in Euren eigenen vier Wänden auch erst anlegen. Er sollte für Euch gemütlich und Ruhe ausstrahlen. Ihr dürft Euch dort wohlfühlen! Richtet Euch diesen Ort so ein, dass er Euch anspricht. Es muss nicht jeden Tag derselbe Ort sein. Ihr könnt Euch auch mehrere Orte aussuchen, die Euch Kraft spenden und dann abwechselnd Eure ICH-ZEIT dort verbringen. Es ist Eure Zeit, verbringt sie so, wie es Euch gefällt und gut tut.

Was mache ich in meiner ICH-ZEIT?

Wie der Name schon verrät, ist das Zeit nur für Euch! Ohne Störungen, ohne Unterbrechungen. Tut Dinge, die Euch gut tun und die Euch nicht ablenken. Hier eine kleine Anregungsliste. Ihr könnt auch einfach Eure eigene Liste schreiben. Was tut Euch gut? Was gibt Euch Kraft? Was habt ihr schon lange nicht mehr für Euch getan? Was hat Euch als Kind Freude bereitet?

  • Meditation
  • In Stille aus dem Fenster sehen
  • Ein Waldspaziergang
  • Die Natur von einer Parkbank aus beobachten
  • Ein heißes Schaumbad
  • Alleine in der Sauna sitzen
  • Eine heiße Tasse Tee / Kaffee auf der Couch trinken
  • Tagebuch schreiben / Gedanken niederschreiben
  • Ein Hörbuch hören
  • Ein Buch lesen
  • Joggen im Freien
  • Die Sterne anschauen
  • Yoga (z.B. am frühen Morgen)
  • Malen / Zeichnen (dafür muss man nichts können…es muss auch nach nichts aussehen…einfach so ohne Gedanken loslegen)
  • und vieles, vieles mehr

SEID IHR BEREIT? Bist du an Bord? Dann freue ich mich auf vier besINNliche Novemberwochen mit Euch! Eure Erfahrungen, Umsetzungsideen und Gedanken dürft Ihr gerne mit einem Kommentar teilen.


Dienstag, 11. September 2012

HappyIch bei "Der ganz normale Wahnsinn"

Denn was man Schwarz auf Weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.

– Johann Wolfgang von Goethe


Heute gibt es keinen Post von mir, sondern von der lieben Eva von Der ganz normale Wahnsinn. Als ich meine abonnierten Blogs und die neuen Posts gelesen habe, gehörte auch Evas Blog dazu und was sehe ich da?....ein Review zu einer meiner Buchempfehlungen. Und zwar zu den Elfenhellfer Büchlein.

Ich bin von diesen kleinen Selbsthilfe-Büchlein (zum günstigen Preis) total begeistert und finde sie sind tolle Begleiter, wenn man mal nicht viel lesen möchte und dennoch etwas Inspiration, Führung oder ein gutes Wort benötigt. Ich habe schon einige Büchlein der Reihe doch mein Einsteigerbuch war "Sei gut zu Dir", was ich bereits zig Mal verschenkt habe. [Meine Buchempfehlungen findet ihr hier.] Außerdem sind sie von meinem Nachttisch nicht mehr wegzudenken! Daneben trage ich noch ein Büchlein immer bei mir in der Handtasche und blättere darin, wenn ich mal wieder irgendwo im Wartezimmer sitze oder auf einen Termin warte! Instant Soul Food! 

So, jetzt spanne ich Euch nicht länger auf die Folter, denn hier geht's zur Review von Der ganz normale Wahnsinn. 

Und wer noch mehr über die Buchreihe an sich erfahren möchte, findet die Entstehungsgeschichte sowie tolle Fakten auf der Webseite des Verlags.




Für die Mamis, Schwestern, Tanten, Paten, Onkel, Papis, Cousinen und Neffen unter Euch gibt es auch eine Kinderserie: die "Wir-wissen-weiter-Kinderbücher". Informationen hierzu findet ihr hier.
Ich möchte ja nicht vorgreifen, aber die Weihnachtsgeschenkesuche steht bald vor der Tür :-)


Viel Spaß beim Lesen! 


Donnerstag, 30. August 2012

Selbstliebe | Teil III

Sei gut zu dem Gesicht im Spiegel. Immer.

– Unbekannt


Vor Kurzem habe ich Euch das Gedicht zur Selbstliebe von Charlie Chaplin hier vorgestellt. Das Gedicht hat mich sehr berührt und ich bin fasziniert wie perfekt es zu meiner aktuellen Situation passt und wie wunderbar es auch meine Auffassung des Lebens wiederspiegelt. Daher habe ich mir überlegt wie jede Passage zu mir spricht und was es mir sagt. Den ersten Teil des interpretierten Gedichts findet ihr hier.




Den zweiten Teil meiner Interpretation lautet so:

Simplicity. Einfachheit. Ich gebe zu, das ist nicht die beste Übersetzung, denn "simplicity" hat eine so viel weiter gefächerte Bedeutung, als das deutsche Wort ausdrücken kann. Entschleunigung wäre auch ein gutes Schlagwort. Meine Zeit so einzuteilen, wie ich es möchte, und diese mit Dingen und Erlebnissen zu füllen, die mir gut tun und mir Freude bereiten. Ich bin Herr meiner Zeit und ich entscheide, wie und mit wem ich diese verbringe. Es gibt Zeiten, da fällt es mir schwer mich diesem Leitsatz zu erinnern. Und doch ist er so wichtig für ein gesundes Gleichgewicht zwischen Körper, Seele und Geist und schlichtweg unverzichtbar.
Mein Fazit: Tu Dir Gutes!

Love of Oneself. Selbstliebe. Und ein gewisses Stück auch gesunder Egoismus. Ich stecke noch mittendrin in dieser Phase (aka Baustellenphase). Ich versuche mich von den Menschen zu distanzieren in deren Gegenwart es mir nicht gut geht. Ich lasse Situationen los, die nicht länger meiner Gesundheit dienen (in meinem Fall war das der Arbeitgeberwechsel). Und ich besinne mich meiner neu gefunden Gesundheit, in dem ich in allen Aspekten des Lebens auf mich achte. Ich bin wahnsinnig experimentierfreudig geworden was Lebensmittel betrifft, aber auch Inspirationsquellen der unterschiedlichsten Art. Bildlich gesprochen bediene ich mich der großen Pralinenschachtel der Dinge dieser Welt. Ich beiße in jedes Stück und probiere ob es mir schmeckt. Was mir nicht gut tut, wird aussortiert. Was mir gut tut, wird weiter ausprobiert, verfeinert und in mein Leben integriert. Ein gutes Beispiel dafür ist meine neu gefundene Liebe fürs Yoga.
Mein Fazit: Umgib' Dich nur mit Menschen und Dingen, die Dir gut tun. Alles andere lass los, denn es dient Dir nicht weiter!

Modesty. Bescheidenheit. Dieser Punkt klingt so unheimlich einfach in den Worten Charlie Chaplins. Einfach aufhören immer Recht haben zu wollen und sich so weniger zu irren. Klingt total banal. Aber puhhhh, das ist für mich verdammt schwer. Ich würde mich jetzt nicht zu den Erbsenzählern dieser Welt ernennen und ich muss auch nicht immer und zu allem meinen Senf dazu geben, aber wenn ich genau weiß, dass meine Weise die richtige ist (meist im Berufsleben auf die fachliche Kompetenz bezogen) dann fällt es mir unglaublich schwer inne zu halten. Und ich würde sogar noch weiter gehen als Charlie Chaplin. Ich würde in diese "Bescheidenheit" noch den Punkt einbeziehen, dass man auch mit Kommentaren bescheiden umgehen sollte. Oft benötigt es diese weiteren Worte gar nicht.
Mein Fazit: Nutze Deine Gedanken und Worte für das Positive und gehe sparsam mit dem Rest um.

Fulfillment. Erfüllung. Nicht in der Vergangenheit hängen bleiben sondern das JETZT genießen. Dazu kommt mir automatisch ein wunderbarer Spruch ins Gedächtnis: "The clock is running. Make the most of today. Time waits for no man. Yesterday is history. Tomorrow is a mystery. Today is a gift. That's why it is called the present." Bei mir gibt es in diesem Punkt noch Verbesserungspotenzial. Obwohl ich im letzten Jahr diesbezüglich große Fortschritte gemacht habe, gibt es doch noch Luft nach oben. Trotzallem ist mir bewusster denn je, dass die Vergangenheit vergangen ist, ich kann daran nichts mehr ändern, es ist wie es ist. Aber ich kann die Gegenwart aktiv beeinflussen aufgrund dessen was ich aus der Vergangenheit gelernt habe. Und was morgen kommt, wissen wir (zum Glück) alle nicht.
Mein Fazit: Schau nach vorne, nicht nach hinten!

Wisdom of the Heart. Herzensweisheit. Ganz ehrlich: wenn ich diesen Absatz des Gedichtes lese, berührt es mich so tief, dass mir Tränen in die Augen steigen. Warum? Weil ich diese Erkenntnis auf die schmerzhafte Art und Weise lernen musste. Viel zu lange war mein handelnder Verstand von meinem Herzen getrennt. Langsam und zaghaft lerne ich mich nicht sofort für etwas zu entscheiden sondern inne zuhalten und mein Herz zu befragen. Ich konnte es selbst kaum glauben, aber die Antworten in so vielem liegen bereits in uns. Wir haben nur total verlernt darauf zu hören.
Mein Fazit: Kopf ausschalten. Herz öffnen.

Life. Leben. In einem alten Post zu meiner Lebensphilosphie hatte ich bereits das Beispiel des zerbrochenen Spiegels beschrieben: "...wenn das Leben durch einen Schicksalsschlag oder in einer Krise vor einem wie ein Spiegel zerbricht, steht man vor einem unüberschaubaren Scherbenhaufen. Doch wenn man ihn wieder mühsam zusammensetzt blickt man am Ende auf einen wunderschönen Mosaikspiegel. Aufgrund der vielen Ecken und Kanten, an denen das Glas gesprungen ist, reflektiert der Mosaikspiegel das Licht noch viel schöner und lässt die Strahlen funkeln – wie bei einem geschliffenen Diamanten." So interpretiere ich die letzte Passage dieses wunderschönen Gedichts.


Ich danke Charlie Chaplin für dieses wunderbare Vermächtnis! Und dafür, dass es mir über den Weg gelaufen ist und ich die Chance habe, dies auf diese Art und Weise teilen zu können.

Mittwoch, 29. August 2012

Selbstliebe | Teil II

Achtsamkeit ist ein aufmerksames Beobachten, ein Gewahrsein, das völlig frei von Motiven oder Wünschen ist, ein Beobachten ohne jegliche Interpretation oder Verzerrung.

– Krishnamurti (aus "Das Licht in dir")


Jwala Gamper



Im ersten Beitrag zur Selbstliebe habe ich Euch das wunderbare Gedicht von Charlie Chaplin vorgestellt. Dieses Gedicht regt mich zum Nachdenken an. Wo bin ich schon? Wo muss ich noch nacharbeiten? Selbstliebe und Selbstsachtsamkeit sind zwei Worte die sich ganz verständlich anhören und doch so schwierig in der Umsetzung sind. 

Ich habe mich dazu entschieden das Gedicht zu interpretieren und in zwei Beiträgen zu beleuchten. Hier erwartet Euch der erste Teil.

Authenticity. Bin ich wirklich authentisch? Ich kann es für mich heute mit einem "JA" beantworten, aber das war vor einem Jahr noch nicht der Fall. Ich musst erst durch meine bislang schwerste Lebenskrise gehen um zu erkennen, dass ich auf mein Sein hören muss. Wenn man wirklich die Augen öffnet und in sein Herz schaut und seinem Körper zuhört, kann man die Warnsignale auch sehen und hören. Denn sie sind da. Oft möchte man sie einfach nicht wahr haben, weil sie gerade nicht ins Leben passen. Aber das ist ein Trugschluß. Denn diese Signale wären nicht da, würden sie nicht ins Leben passen. Sie sind Teil des Lebens. Wenn also der Kopf mal wieder zu zerbrechen droht, der Magen sich krümmt und windet oder der Rücken bei jeder Bewegung schmerzt, dann hat das seinen Grund. Der Körper sagt uns damit "Stopp. Du tust mir weh!". Ich wiederhole das gerne nochmal, was unser Körper uns damit sagt: "Stopp. Du tust mir weh!" Wir tun unserem Körper weh und der Schmerz ist die einzige Chance, die unser Körper hat uns das zu signalisieren. Und meist ist es doch so, dass wir auf ein Ziepen nicht hören, auf einen handfesten Schmerz jedoch schon! Was also in so einer Situation tun? Einen Schritt zurück treten, dem Körper geben was er benötigt (was das ist, wissen wir eigentlich tief in uns drin. Meist hilft es einfach zu fragen "was kann ich Dir, lieber Bauch, Gutes tun"?). Zum Beispiel auf ein Heizkissen liegen, einen Tee trinken, im Dunkeln und in voller Stille liegen oder die eigenen Hände auflegen. 
Mein Fazit: Wachsam sein!

Respect. Selbstachtung! Ein großes Thema und ein Baustellenthema meinerseits. Baustellenthema deshalb, weil ich noch immer daran arbeite. Ich mag jedoch behaupten, dass ich hier schon ein gutes Stück voran gekommen bin. Es bringt nichts sich zu Taten zu zwingen, gegen die man sich im Inneren sträubt. Warum einer Einladung von jemandem nachkommen, wenn man eigentlich kein gutes Gefühl dabei hat und einfach nicht hin möchte. Oft meint man, dass man dort hingehen muss, wenn man doch schon eingeladen ist. Sagt wer? Wenn man etwas partout nicht möchte, warum dann tun? Wir haben nur ein einziges Leben. Eins. Ein einziges. Das sollten wir so gestalten wie es uns gefällt. [Natürlich gibt es im Leben manche Situationen um die man nicht herum kommt, aber die meisten sind doch uns selbst überlassen]. 
Mein Fazit: Ich darf selbst entscheiden!

Maturity. Die eigene Reife. Erkennen, dass uns unser Leben geschenkt wurde, so wie es ist. Nicht das eines anderen Menschen. Wie oft eifern wir jemand anderem nach. Denken, dass der andere so viel mehr kann als man selbst, so viel hübscher oder dünner ist oder so viel mehr erreicht hat. Jeder von uns hat sein eigenes Leben. Damit können wir arbeiten. Wir haben unsere eigene Leinwand, die wir bemalen dürfen. So bunt und vielfältig wie es uns beliebt. Jeder Mensch ist einzigartig! Jeder hat eigene Talente, Charakterstärken und -schwächen, Vorlieben und einen anderen Hintergrund. Wir können uns mit gar niemand anderem vergleichen, denn es gibt niemanden, der so ist wie wir. Wir arbeiten vielleicht im gleichen Job oder üben den gleichen Sport aus, aber das macht uns noch lange nicht "gleich". Wie auch kein Blatt dem anderen an einem Baum gleicht ist es mit uns auch. 
Mein Fazit: Wir sind einzigartig und ganz etwas ganz Besonderes. Und das ist auch gut so und macht die bunte Vielfalt dieser Welt aus!

Self-Confidence. Selbstvertrauen. Es hat auch was von dem Vertrauen in etwas Höheres, in das Universum, das Schicksal oder etwas Göttliches. Ganz wie jedem beliebt. Wir können die Umstände um uns herum nicht beeinflussen. Wir können nicht bestimmen welches Schicksal uns ereilen mag. Aber wenn wir darauf vertrauen, dass alles so sein soll, wie es ist, lässt es sich unbeschwerter und ruhiger leben. Daneben vertraue ich auf folgendes Sprichwort: Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.
Mein Fazit: In jedem Schicksal steckt eine Chance.


Wie ergeht es Euch mit diesen vier Punkten? Habt ihr auch Nachbesserungsbedarf oder seid ihr schon "angekommen"? Wie arbeitet ihr an Euch?

Dienstag, 28. August 2012

Selbstliebe | Teil I

Heute starte ich nicht mit einem Zitat in meinen Beitrag, sondern mit einem Gedicht. Einem Gedicht des großen Charlie Chaplin, welches er zu seinem 70. Geburtstag geschrieben haben soll. Ich habe mich für die Wiedergabe für den englischen Originaltext entschieden, wer jedoch eine freie deutsche Übersetzung bevorzugt, findet diese hier oder hier. Das Gedicht von 1959 ist auch heute noch so aktuell wie damals. Und es beschreibt meine aktuelle Reise so treffend. An jedem Punkt bin ich sicherlich noch nicht komplett angekommen und doch zeigt es mir wo die Reise für mich hingehen soll!

Danke an einen unglaublichen Mann: Charlie Chaplin!


As I began to love myself

As I began to love myself I found that anguish and emotional suffering
are only warning signs that I was living against my own truth.
Today, I know, this is "AUTHENTICITY".

As I began to love myself I understood how much it can offend somebody
as I try to force my desires on this person,
even though I knew the time was not right and the person was not ready for it,
and even though this person was me.
Today I call it "RESPECT".

As I began to love myself I stopped craving for a different life,
and I could see that everything that surrounded me was inviting me to grow.
Today I call it "MATURITY".

As I began to love myself I understood that at any circumstance,
I am in the right place at the right time,
and everything happens at the exactly right moment.
So I could be calm.
Today I call it "SELF-CONFIDENCE".

As I began to love myself I quit steeling my own time,
and I stopped designing huge projects for the future.
Today, I only do what brings me joy and happiness,
things I love to do and that make my heart cheer,
and I do them in my own way and in my own rhythm.
Today I call it "SIMPLICITY".

As I began to love myself I freed myself of anything
that is no good for my health - food, people, things, situations,
and everything the drew me down and away from myself.
At first I called this attitude a healthy egoism.
Today I know it is "LOVE OF ONESELF".

As I began to love myself I quit trying to always be right,
and ever since I was wrong less of the time.
Today I discovered that is "MODESTY".

As I began to love myself I refused to go on living in the past
and worry about the future.
Now, I only live for the moment, where EVERYTHING is happening.
Today I live each day, day by day, and I call it. "FULFILLMENT".

As I began to love myself I recognized that my mind can disturb me
and it can make me sick.
But As I connected it to my heart, my mind became a valuable ally.
Today I call this connection "WISDOM OF THE HEART".

We no longer need to fear arguments,
confrontations or any kind of problems with ourselves or others.
Even stars collide, and out of their crashing new worlds are born.
Today I know THAT IS "LIFE"!