Es gibt Gefahren, denen zu entfliehen nicht Feigheit ist, sondern höchster Mut, die Kraft, sich selbst zu besiegen.
– Berthold Auerbach
Es gibt da diesen Song, der im Radio gerade täglich hoch und runter gespielt wird. Ich bin mir sicher, dass ihr ihn kennt. Die Melodie dazu ist eigentlich auch völlig unwichtig, denn die kraftvolle Bedeutung liegt in den Worten. Ich spreche von keinem geringeren Hit als “Roar” von Katy Perry. Ich finde das englische Wort “roar” auch noch so unglaublich passend für das Gebrüll eines Löwen, denn es klingt schon bei der Aussprache nach Löwengebrüll. Als ich das erste Mal das Lied gehört hatte, fiel es mir gleich auf. Zuerst war es natürlich die Melodie und Auszüge des Textes, die man aus anderen Liedern wie “Eye of the Tiger” kennt. Doch bei jedem erneuten Hören habe ich immer mehr auf den Text geachtet. Und ich war einfach nur geplättet. Denn er ist unglaublich bedeutend und kraftvoll.
Und dann wurde mir klar, wie perfekt der Song zu allen passt, die gerade kämpfen. Ob mit aktuellen Herausforderungen des Lebens, dem Berufsalltag, mit der eigenen Familie, der engsten Vertrauten oder einfach nur mit sich selbst. Ich habe mir den Songtext noch einmal zu Herzen genommen und die deutsche Übersetzung für Euch rausgesucht. Vielleicht ist er Euch eine Stütze für Eure kraftlosen Momente. Und vielleicht könnt ihr Euch an die Bedeutung des Textes immer dann erinnern, wenn der Song im Radio läuft. Bei jedem erneutem Hören gibt er vielleicht auch Euch ein Stück Mut zurück. Denn alles was es braucht um aus dem eigenen dunklen Tal zu kommen, liegt bereits in Euch. Manchmal braucht man einfach nur etwas Motivation von außen.
Für alle, die ihrem eigenen Überpefektionismus nacheifern und mit dem selbst auferlegten, unnötigen Druck nicht mehr klar kommen, können jedes “Du” vom Text einfach mit “Ich” ersetzen. Denn auch so passt es unglaublich gut. Und so passt es auch zu mir. Denn wenn ich etwas an meiner Situation ändern möchte, dann darf ich bei mir selbst beginnen.
Früher biss ich mir auf die Zunge und hielt die Luft an
Hatte Angst, schlafende Hunde zu wecken und alles durcheinander zu bringen
Drum saß ich ruhig da und sagte zu allem Ja und Amen
Ich glaub, ich hatte vergessen, dass ich eine Wahl hatte
Ich ließ zu, dass du mich über die Grenze des Erträglichen gebracht hast
Ich vertrat keine Position, also ließ ich mich von allem beeinflussen
Hatte Angst, schlafende Hunde zu wecken und alles durcheinander zu bringen
Drum saß ich ruhig da und sagte zu allem Ja und Amen
Ich glaub, ich hatte vergessen, dass ich eine Wahl hatte
Ich ließ zu, dass du mich über die Grenze des Erträglichen gebracht hast
Ich vertrat keine Position, also ließ ich mich von allem beeinflussen
Du drücktest mich runter, doch ich stand wieder auf
Klopfte den Staub ab
Du hörst meine Stimme, hörst dieses Geräusch
Wie Donner wird es den Boden unter deinen Füßen zum Erzittern bringen
Du drücktest mich runter, doch ich stand wieder auf
Mach dich bereit, denn ich hab es jetzt satt
Ich verstehe jetzt alles und sehe klar
Klopfte den Staub ab
Du hörst meine Stimme, hörst dieses Geräusch
Wie Donner wird es den Boden unter deinen Füßen zum Erzittern bringen
Du drücktest mich runter, doch ich stand wieder auf
Mach dich bereit, denn ich hab es jetzt satt
Ich verstehe jetzt alles und sehe klar
Ich hab das Auge des Tigers, bin eine Kämpferin, tanze durchs Feuer
Denn ich bin ein Sieger und du wirst mein Brüllen hören
Lauter, lauter als ein Löwe
Denn ich bin ein Sieger und du wirst mein Brüllen hören
Du wirst mein Brüllen hören
Denn ich bin ein Sieger und du wirst mein Brüllen hören
Lauter, lauter als ein Löwe
Denn ich bin ein Sieger und du wirst mein Brüllen hören
Du wirst mein Brüllen hören
Jetzt schwebe ich wie ein Schmetterling
Steche wie eine Biene, so verdiente ich mir meinen Rang
Entwickelte mich vom Versager zu meinem eigenen Helden
Steche wie eine Biene, so verdiente ich mir meinen Rang
Entwickelte mich vom Versager zu meinem eigenen Helden
Ich empfinde diese Zeilen als unglaublich stark. Ich höre darin ein verletztes Mädchen, eine junge Frau, die sich ihrem Schicksal hingegeben hat. Die einfach keine Kraft mehr für ein “Nein” aufbringen konnte. So wie es vielen von uns oft geht. Manchmal erscheint es “einfacher” alles so laufen zu lassen wie es ist, obwohl wir uns damit sehr unwohl fühlen. Denn es ist das, was wir mittlerweile gewohnt sind. Aber das ist nicht der richtige Weg! Denn es ist einfach nicht der Weg ins eigene Glück. Es ist der Weg gegen die eigenen Bedürfnisse und gegen das eigene Wohl. Denn es tut keinem gut sich ständig klein zu fühlen. Sich selbst zu verurteilen und klein beizugeben. Nimm Dir Katys Worte zu Herzen und brüll wie ein Löwe! Es steckt in uns allen. Der Kämpfer ist uns und wartet nur darauf zum Zug zu kommen. ROAR!