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Mittwoch, 7. August 2013

Saisonales Entrümpeln | Umzugstipp Nr. 3


Die Kunst zu leben besteht aus einer guten Mischung aus Loslassen und Festhalten.


– Henry Elise



Entrümpeln macht niemand wirklich gern. Zumindest nicht dann, wenn es an die Substanz geht. Oberflächlich entrümpeln ist leicht, wie ich finde. Man nimmt sich z.B. den Schrank vor und zieht wirklich alles raus, was einem nicht mehr gefällt, schon immer ein Fehlkauf war oder was nicht bequem ist. Und dann gibt es noch all die Tops und Hosen, die bestimmt mal wieder passen, wenn man x Kilos abgenommen hat oder die einer anderen Jahreszeit angehören und man aktuell ja noch nicht entscheiden kann ob man die im Winter nicht gerne anzieht und sicherlich dringend benötigt.


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Mir geht das grundsätzlich mit Sommerkleidung so. Da sind all die Röcke und Leinenhosen, Tops und Sandalen, die man nur für ein paar Monate braucht und sich dann nicht mehr erinnern kann, was man wie oft anhatte oder ob überhaupt. Daher fordere ich mich und Euch heraus das im August zu testen und all die Sommersachen herzugeben, die zu Schrankleichen mutiert sind.

Wie das gehen soll? Ganz einfach! Ich werde im August jeden Tag etwas aus meinem Sommerschrank (ich hab natürlich keinen Schrank wo nur die Sommersachen drin sind, aber es klingt doch gut, oder?) anziehen, das ich bisher noch nicht getragen habe. Das ist Regel Nummer eins. Die zweite Regel: es gibt ein Vetorecht. Wenn ich mit dem Outfit morgens vor dem Spiegel stehe und es mir gar nicht gefällt, darf ich es ausziehen, es wandert aber zeitgleich in den “Weggeben”-Karton. Andernfalls trage ich es den Tag über und entscheide abends, ob es mir weiterhin gefällt oder ob ich über den Tag gemerkt habe, dass ich mich darin unwohl fühle. Und dann kommt es entweder in den “Weggeben”-Karton oder in den Wäschekorb. So komme ich auch mal wieder dazu Kombinationen anzuziehen, die ich in der Zusammenstellung schon lange nicht mehr getragen habe.

Denn meinen Umzugsgrundsatz bleibe ich treu: ich werde nichts umziehen, das dann im neuen Heim so oder so rausfliegt.

Das ganze lässt sich auch super mit Schuhen umsetzen. Wie viele Paare stehen da nicht eh im Schrank, die drücken. Aber die sind doch eigentlich sooo schön….nix da, dieses Mal fliegen sie raus, denn im Schrank guckt die keiner an und anziehen tue ich sie eh nicht. Damit kann ich mir wertvolle Zeit beim Kartonpacken einsparen und diese effizienter einsetzen. Also: was nicht gefällt, passt oder bequem ist, wandert in die Tonne (im übertragenen Sinn, denn alle noch gut erhaltenen Kleidungsstücke gebe ich an eine wohltätige Organisation). 

Mit Kosmetika habe ich schon am Wochenende angefangen, nachdem ich meine Gesichtscreme aufgebraucht hatte. Aber Frau wäre ja nicht Frau, wenn es da nicht eine kleine oder mittelgroße Sammlung an Cremeproben gäbe. Daher brauche ich jetzt bis zu meinem Kosmetiktermin in zwei Wochen (da kaufe ich dann wieder meine Standard-Gesichtscreme) die Proben auf. Und was soll ich Euch sagen: zweimal habe ich tatsächlich eine Cremeprobe benutzt, die für meine Nase nicht so toll roch. Also flog die und ich weiß, dass ich diese niemals kaufen muss, denn ich mag den Geruch so ganz und gar nicht. Und schon ist auch die Probe entrümpelt.

Das ganze Konzept lässt sich ebenfalls gut auf Schmuck, Schals und Handtaschen übersetzen. Auch da schlummern bei mir noch einige Leichen, denen ich im August auf den Grund gehe und die es nicht in den Umzugskarton schaffen. Ich bin wirklich gespannt wie viel mich in dieser zweiten Entrümpelungsrunde verlassen wird.

P.S:: Hier geht's zu Umzugstipp Nr. 1 und zu Umzugstipp Nr. 2


Donnerstag, 4. Juli 2013

Entrümpeln mit YouTube | Umzugstipp Nr. 2

Wer Ballast abwirft, kann Neues aufnehmen.


– Hans Lohberger


Entrümpeln mit YouTube? Keine Angst. Nehmt die Überschrift nicht zu wörtlich. Ihr müsst Euch natürlich nicht filmen, während ihr entrümpelt und das dann auf YouTube hochladen (könnt ihr natürlich auch gerne machen, wenn ihr wollt. Meins ist es aber nicht.). Nein, damit meine ich etwas ganz anderes. Als ich am Wochenende in meinem Kleiderschrank unterging und zwischenzeitlich in den Tiefen der Regalböden lag (ja, da ganz hinten im Eck hatten sich alte Pullover versteckt), hab ich mich mal kurz für diese Entrümpelungsaktion selbst ausgebuht. Entrümpeln schluckt schließlich Zeit und am Wochenende hat man davon zwar mehr als unter der Woche, aber man könnte auch mit schöneren Dingen den Sonntag verbringen. Das muss doch irgendwie auch unterhaltsamer gehen, oder?

Wenn ich im Wohnzimmer entrümple, dann finde ich das viel einfacher. Da mache ich nämlich den Fernseher an oder lege einen meiner Lieblingsfilme ein und gut ist. Aber in den Tiefen des Kleiderschranks geht das ja irgendwie schlecht. Bis mir ein Licht aufging! Habe ich im Schrank Wlan? Das wollte ich wissen. Daher ließ ich alles stehen und liegen, habe mir das iPad geschnappt, Wlan aktiviert und bin zurück an den Schrank. Und siehe da: ich hatte tatsächlich Wlan. So kam es dann, dass ich vor meinem Kleiderschrank saß, das iPad auf einem Regalbrett abstelle und ich mich mit YouTube Videos unterhalten habe. Da ging das Entrümpeln auch auf einmal viel einfacher von der Hand. Und ich habe das Gefühl, dass ich auch gar nicht lange überlegt habe ob das T-Shirt jetzt wirklich weg soll oder ob ich es für den unwahrscheinlichen aber dennoch möglichen zukünftigen Einsatzzweck aufheben sollte. Schwupps war es im blauen Müllsack. So verging die Zeit auch viel schneller, ich war produktiv und zeitgleich hatte ich nicht das Gefühl, dass ich etwas verpasse. YouTube hat da ja schließlich einiges zu bieten. Von Tutorials über Stand-up Comedy und Funny Videos ist alles dabei. Man kann sich damit durchaus unterhalten lassen. Auch über Stunden.


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Hier noch ein paar weitere Tipps, wie das Entrümpeln unterhaltsamer wird:
  • Hörspiel hören: entweder laut oder via Kopfhörer (man kann sich auch die alten ???-Folgen anhören…gibt es online auch alles oder man holt den alten Kassettenspieler raus…wenn der nicht schon der Entrümpelungsaktion zum Opfer gefallen ist)
  • Hörbuch lauschen anstatt lesen (vor allem für alle, die wenig Zeit haben ein tatsächliches Buch zu hören)
  • Film einlegen
  • TV anstellen
  • Radio hören
  • Musik-CD anstellen
  • Podcasts abspielen
  • YouTube oder jeden anderen Videokanal ansehen (z.B. vimeo)


Entrümpeln muss nicht langweilig und zäh sein. Es geht auch anders! Und so können die Umzugsvorbereitungen durchaus Freude machen. Wie macht ihr denn das? Habt ihr vielleicht noch einen Tipp für mich? Ich bin ja noch ne Weile beschäftigt….


Montag, 24. Juni 2013

Throw out Fifty Things | Umzugstipp Nr. 1


You can’t grow if you don’t let go.


– Gail Blanke


Eine Frau. Eine Idee. Ein Buch. Gail Blanke ist die Bestsellerautorin des US-Entrümpelungsklassiker “Throw out Fifty Things – Clear the Clutter, find your Life”. Ein Ratgeber all das loszulassen, was einen nicht mehr glücklich macht. Bücher dieser Sorte gibt es einige, aber dieses Buch finde ich deshalb so toll, da es kein theoretischer Ratgeber sondern ein praktischer Helfer ist. Man muss das Buch nicht erst lesen um dann aktiv werden zu können. Nein, in Kapitel eins geht’s gleich zur Sache und man legt sofort los. An die Mülleimerbeutel, fertig, los.


Hier geht's zum Buch.

Da ich mich bereits selbst mitten in den Umzugsplanungen befinde (dauert zwar noch ein paar Monate aber gute Vorbereitung ist bekanntlich alles) habe ich nach einer kleinen HIlfestellung gesucht um mich zum Entrümpeln zu motivieren. Denn eins ist klar: ich werde nichts umziehen, was dann im neuen Heim so oder so rausfliegt. Entweder jetzt oder gar nicht. Und jeden Karton, den ich nicht packen muss, ist gewonnene Zeit für die anderen schönen Dinge des Lebens.

Throw out Fifty Things besitze ich als Hörbuch und habe es bereits vor Jahren schon einmal gehört und auch gemacht. Doch jetzt ist der perfekte Zeitpunkt das zu wiederholen und so habe ich als erstes zu diesem Ratgeber gegriffen. Wer darüber hinaus gerne noch mehr Infos zu dem Thema haben möchte und wie das Thema des äußeren Entrümpelns und Loslassen auch das Innere beeinflussen kann, dem empfehle ich das Buch “Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags” von Karen Kingston (das im Gegensatz zu dem Buch von Gail Blanke auch auf deutsch erhältlich ist).

Natürlich muss man nicht erst umziehen um in den eigenen vier Wänden klar Schiff zu machen. Das geht immer und auch zu jeder Jahreszeit. Ihr müsst daher nicht erst bis zum nächsten Frühjahrsputz warten. Denn Entrümpeln macht glücklich. Es befreit mental unwahrscheinlich und man fühlt sich einfach “leichter”. Man könnte dem Buch auch den Untertitel geben “Lass los was Dich nicht glücklich macht”.

Gail Blanke erzählt in ihrem Buch nicht nur wie man am Besten entrümpelt, sondern gibt auch hilfreiche Tipps welche Fragen man sich stellen sollte um zu wissen ob man einen Gegenstand behalten sollte oder besser weg gibt.

Seit Jahrzehnten berät die Expertin ihre Kunden auf diesem Gebiet und hat einige, mitunter auch sehr rührende Geschichten gesammelt, die sie in diesem Buch erzählt. Und während man das Buch so liest, entrümpelt Gail mit einem mit. Das Buch ist so aufgebaut, dass sie gerade selbst in ihrer Küche steht und die Gewürzschublade ausmistet und daraufhin den Leser animiert das selbe zu tun. Daher bekommt man von Kapitel zu Kapitel Lust selbst anzupacken und zu sehen ob man ggf. mehr Punkte sammeln kann als Gail. Ein kleiner Wettkampf zwischen Autor und Leser. Das ist doch mal was!


Und ihr benötigt nur wenige Dinge um loszulegen: (und fast alle davon habt ihr bereits zu Hause)
  1. Das Buch “Throw out Fifty Things”
  2. Große Müllsäcke oder große Plastiktüten (Kartons oder Wäschekörbe gehen auch)
    (ich persönlich mag die blauen Müllsäcke “extra stark”)
  3. Papier/Post-its/Karteikarten zum Beschriften der Müllsäcke in die Kategorien:
    - Wegwerfen
    - Recyceln (z.B. Altpapier oder Plastik)
    - Verschenken/Spenden
    - Verkaufen
  4. Stift/Edding/Kugelschreiber zum Beschriften des Papiers
  5. Packband zum Verkleben der Müllsäcke und um eventuelle Risse im Müllsack zu kleben
  6. Kleine Plastiktütchen oder Ziploc-Tüten um kleine Dinge, wie Schmuck, aufzubewahren.
  7. Einen Block und einen Stift um Euren Punktestand festzuhalten, sozusagen Eure persönliche Spielstandkarte oder wie Gail so schön sagt, Eure “Score Card”
Die Regeln:
  • Ziel ist es 50 Dinge loszulassen und wegzugeben (ob im Müll entsorgt, verschenkt, verkauft oder gespendet) und damit 50 Punkte zu sammeln (wobei hier natürlich nicht Schluss sein muss).
  • Jede Kategorie zählt einen Punkt, sprich 50 Zeitschriften zählen als 1 Punkt, 6 eingetrocknete Gewürze zählen als ein Punkt, 8 einzelne Socken zählen als 1 Punkt, usw.
  • Wenn es einmal im Müllsack gelandet ist, bleibt es dort und wird nicht mehr rausgeholt!

Ich fange dann mal an…mit Kapitel eins. Wer entrümpelt mit?